23. April … nach Hause gehts manchmal weg von daheim…

Zuhause. Wo sind wir das? Da, wo wir Wohnraum gemietet / gekauft und es uns gemütlich gemacht haben? Der Platz, an dem wir den Mittelpunkt unseres Tun und Handelns errichtet haben?

Vor zehn Jahren hatte ich beschlossen, dahin zurückzugehen, wo ein Großteil meiner Familie lebt. Der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, groß wurde und versucht habe, den Weg hinaus in diese Welt zu finden. Meine Rückkehr war ein Versuch, endlich in meiner Familie anzukommen, meinen Platz darin einzunehmen und zu bleiben. Und was sich wirklich positiv entwickelte und gut anfühlte, wurde irgendwann zu Gleichgültigkeit. Warum soll man einen Platz beanspruchen, ja behaupten, der sich einfach nicht richtig anfühlt?

Schon als Kind fühlte ich mich fehl am Platz in meiner Familie. Nicht nur weil ich anders war, sondern einfach auch, weil mich nichts daran erfüllt hat; auch jetzt nicht, wo ich dazugehöre. Und umso weiter ich meinen Weg gehe, in meine Richtung, allein meinem Gefühl hinterher, umso fremder werden sie mir, die Menschen, die meine Familie bilden. Vielleicht haben sie es ein Stück weit verstanden, wer ich bin, was ich bin und warum ich es heute wieder auslebe. Teilweise mögen sie es mit einem müden Lächeln auch akzeptiert haben aber dass das alles heute mich ausmacht und mein Leben bedeutet, das werden sie nie auch nur ansatzweise verstehen. Weil sie keine Ahnung haben von meinen Welten, von meinem Horizont und von meinem Wissen. Es ihnen zu erklären, das macht keinen Sinn, das hab ich längst bemerkt. Erkläre einem Unwissenden die Magie, die Energien des Lebens – und vor allem des Todes – und was es alles verändern kann, wenn man sie beherrscht; erklär es ihnen und wenn du Glück hast, halten sie dich nur für verrückt. Selbst die, die mir am Nächsten standen , haben nichts begriffen…

Ich habe nie verlangt, dass man das alles versteht. Aber auch was man nicht versteht kann man mit Respekt behandeln. Diese Familie, die ich gesucht habe, nach der ich mich sehr lange gesehnt habe, sie macht mich langsam leer. Hinterlässt jedes mal, wenn wir beisammen waren, einen Nachgeschmack, der inzwischen zu lange bleibt. Es war nie mein Ziel, dass mich meine Familie füllt – erfüllt – aber leeren werde ich mich auch nicht lassen! Es ist also an der Zeit, was zu verändern. Wie früher, einfach einen Keil mitten rein jagen und einen großen Scherbenhaufen hinterlassen; das werde ich kaum wiederholen. Ich denke, dieses mal werde ich sehr leise gehen, Distanz zwischen uns bringen und dann sehen, was passiert. Was nicht vorbei ist, nicht verloren, das wird auch Distanzen überwinden. Alles andere wird kein Verlust sein…

Zuhause sind wir sowieso erst dann, wenn wir bei uns selbst angekommen sind! Und damit können wir hingehen, wo wir wollen, wir sind Zuhaus…

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