22. April Warum sagst du das?

Scheinbar muss man manchmal selbst Menschen aus seinem Leben entfernen, die einem doch sehr nahe stehen sollten.  Was macht man mit einer Mutter, die eine Grenze eindeutig nicht einhält? Einerseits hab ich sie vor Jahren schon mal komplett aus meinem Leben gelöscht. Weder die Geburt noch das erste Lebensjahr von meinem kleinen Sohn hat sie miterlebt. Und irgendwann kam sie wieder ganz leise und entschuldigend daher. Andererseits habe ich durch meinen Vater gelernt; nutze die Zeit mit deinen Eltern, denn sie ist begrenzt…

Es ist das eine, wenn man mit seinem behinderten Kind immer mal wieder seine Schwierigkeiten hat, kleinere und größere Katastrophen erlebt und manchmal nur noch dasteht und sich fragt, was man wohl alles falsch gemacht hat. Es ist aber etwas ganz anderes, wenn man im Prinzip nirgendwo wirklich darüber reden kann, weil letztendlich das einzige, was zurückkommt, die Frage ist: willst du ihn nicht doch lieber endlich ins Heim geben?

Mehr als mein halbes Leben bin ich davon gelaufen; am meisten vor mir selbst! Seit nun fast zehn Jahren bin ich beständig, bleibe, egal wie groß der Sturm sein mag, der auf mich zubraust und mich überrennt. Ich hab gelernt, standzuhalten, ruhig zu bleiben und – komme was wolle – stehen zu bleiben. Was mich aber noch immer jedes mal zutiefst erschüttert ist die Tatsache, wenn der einzige Rat, der von außerhalb kommt, der ist, mein Kind endlich wegzugeben. Vor allem, wenn diese Worte von meiner eigenen Mutter kommen…

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