8. März … denk, was du willst – aber nichts schlechtes!

“ Die einzigen wirklichen Feinde des Menschen sind seine eigenen negativen Gedanken.“ Albert Einstein

Muss ich dazu noch was sagen? War schon ein schlauer Kerl, dieser Einstein, oder? „Du bist, was du denkst“, sag ich immer wieder. Stimmt, erlebe ich seit zwei Jahren. Die Reaktion unseres bescheidenen Daseins besteht tatsächlich darin, dass wir anziehen, was wir denken. Wenn wir immer negativ denken, ziehen wir das nächste negative an.

Gestern Abend hatte ich meinen großen Teddybär auf meinen Knien. Ein riesen Loch klaffte an seinem Hals. Wie sehr ich an dem pelzigen Kerl hänge! Vor etwa 16 Jahren hatte ich einen sehr guten Freund, der die Liebe zur Gastronomie genauso besaß wie ich. Wir lebten für diesen Beruf! Er hatte damals zwei Lokale im wunderschönen Allgäu und eines Nachts rief er mich an und klagte mir sein Leid. Er hatte kaum noch Personal, Reservierungen bis unters Dach; eines seiner Lokale hatte einen Saal bis 500 Personen. Ich ließ alles stehen und liegen und ging zu ihm ins Allgäu, schuftete von früh morgens bis spät abends. An den Wochenenden hatten wir oft Freitags Tanzveranstaltungen bis spät nachts, Samstagmorgen gingen meistens die Vorbereitungen für Hochzeiten oder andere große Feiern los, die wieder bis spät in die Nacht gingen. Oft räumte ich danach auf, bereitete dann alles für den Sonntagsbrunch vor und ließ am Sonntagmorgen die nächsten Gäste ins Lokal – ohne geschlafen zu haben. Der Freund, dem ich damals half, war begnadeter Koch, ein Genie, ich hab unglaubliches gesehen, was er an Speisen gezaubert hat, Büffets vom Feinsten, alles allein mit grade mal einer Küchenhilfe. Ich hab ihn bewundert, für das, was er tat. Doch so sehr er in der Küche Genie war, so war er menschlich ein Choleriker. Ich weiß nicht, wie oft ich morgens erst mal die zertrümmerte Küche wieder halbwegs in Ordnung brachte, nachdem er dort in der Nacht zuvor ausgerastet war. Oft, sehr oft. In den ersten Tagen, als ich für ihn arbeitete, kam er eines Abends aus der Metro, setzte einen riesen Teddybären auf die Kasse und ging seinen Einkauf aufräumen. Als ich das nächste mal an die Kasse zum bonieren musste, saß da mein pelziger neuer Freund. Damit ich mich nachts nicht so alleine fühle, meinte der spendable Schenker. Diesen Bären hielt ich gestern in meinen Händen und nähte ihm behutsam den Kragen wieder zu, während er mich treu mit seinen großen Augen ansah. Als mein großer Sohn anfing, mit Plüschtieren zu kuscheln, hatte ich ihm genau den gleichen Bären mit hellerem Fell gekauft, den wollte er nicht, Der sitzt bis heute in meinem Bett und bis heute kuschelt mein Sohn mit meinem Bären jede Nacht. Das hat Spuren hinterlassen, stellte ich fest, während ich den Faden vernähte; meine Erinnerungen längst vergangener Zeit zusammenflickte. Wie schade um den Bären, ging es mir kurz durch den Kopf. Dann nahm ich ihn hoch, gab ihn meinem Sohn zurück und dachte mir; er liebt diesen Bären noch viel mehr als ich, schläft  nie ohne ihn. Er hat ihm einen besonderen Platz in seinem Leben gegeben, das ist schön!

So versuche ich, die Welt zu sehen; wir verlieren die Dinge nicht, sie ändern oft nur ihren Platz. Manches gehört uns irgendwann nicht mehr. Manches verlässt uns, manches verlässt diese Welt. Anstatt uns zu fragen warum, sollten wir in unserem Herzen das Gefühl behalten, welches wir gehabt haben, als es bei uns war. Die Dankbarkeit besitzen, dass es bei uns war. Und das Wissen in uns tragen; Menschen, die wir hier vermisst haben, werden wir ohnehin wiedersehen, wenn unser Glaube dafür reicht. Und alles Materielle wird dann ohnehin keine Rolle mehr spielen…

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