7. März … ich bin mein Ziel!

“ Nicht am Ziel wird der Mensch groß, sondern auf dem Weg dorthin.“ Ralph Waldo Emerson

Immer wieder werde ich gefragt, wann ich mich bewusst auf den Weg zu mir selbst gemacht habe. Im Prinzip kann ich dazu nur sagen; als ich merkte, dass ich nicht ich selbst war. Aber hab ich mich eigentlich bewusst auf den Weg gemacht? Im nachhinein kann ich sagen; nein. Durch einen Zufall – für den ich bis heute sehr dankbar bin – wurde ich an meinen Weg erinnert. Als Kind hab ich ihn gefühlt, erahnt. In meiner Jugend bin ich zaghaft drauf gegangen; neugierig, dann fasziniert, zuletzt ohne Rücksicht auf Verluste. Ich war viel zu jung für diesen Weg; zwar mit allem Wissen aber nicht einem Funken Verstand, was ich mit meinen Fähigkeiten alles auslösen könnte – und auch tat!

Ich hab mit dem Feuer gespielt, die Mächte herausgefordert; dunkle, große Mächte und sie gehorchten mir. Bis mir klar wurde, worauf ich mich einließ, war es zu spät und der Pakt war geschlossen. Obwohl ich die Wahl hatte – mir vielleicht der Konsequenzen nicht ganz bewusst war – und doch wusste, dass ich die Dinge, meine Welt, weitreichend verändern würde, schlug ich ein. Ich reichte meine Hand und besiegelte etwas, was ich damals nicht mal verstand. Alles was ich wollte, war diese Macht und ich wusste sehr genau, wofür ich sie nutzen würde. Nach Jahren war es vollbracht und ich begrub alles, was damit zu tun hatte, tief in meinem Vergessen. Bis zu dem Tag, als jemand plötzlich vor mir saß und nahezu schweigend auf diese längst vergessene Tür deutete, welche ich verschlossen und versiegelt hatte.

Ein Sturm brach in meinem Kopf aus und das, obwohl ich zum ersten mal klar wie nie zuvor denken konnte. Ganz gleich, was hinter dieser Tür liegen mochte; ich würde dort mir selbst begegnen und obwohl ich wusste, dass dort die Dunkelheit, absolute Finsternis herrschen würde, stieß ich die Tür auf. Der Sturm in mir wurde stärker und ich stand still und wartend mitten drin und begann zu fühlen. Meine Energien, meine Schattenseite, meine Dämonen und Geister längst vergangener Zeit; sie alle waren da und harrten aus. Ich musste sie nur wecken, führen und lenken und wir würden wieder Wege gehen, die die Menschheit scheut. Will ich das? – fragte ich mich und lauschte in den tosenden Wind. Alles, was ich dort zu hören bekam, war: Hast du eine Wahl?

Ich brachte Licht ins Dunkel, indem ich mein Leben aufschrieb. Alles, was mich geprägt hat, geformt, verbogen, gelähmt, geschwächt, getrieben und langsam sterben ließ; ich trug dieses – mein kleines Leben – zusammen und mit jedem Kapitel mehr wurde mir eines ganz besonders klar; fast zwanzig Jahre meines Lebens war ich nicht ich selbst gewesen, sondern nur das, was das Leben von mir übrig gelassen hatte. Wie ein kleiner Stein war ich durch den Fluss Leben geschleudert worden und er hatte mich geschliffen, gebrochen, entzweit, zerbröselt. Der kleine Kieselstein, der ich noch war, war mir zu wenig. Also begann ich, mein Leben wieder und wieder zu durchleben; jedes Tief, jedes Hoch, durch meine Hölle, durch mein schönstes Glück, durch meine Dunkelheit. Immer wieder und immer ehrlicher, bis nichts mehr davon weh tat. Bis ich mir meine Anteile zurückgeholt hatte und wieder ein Stein war, ein schöner, funkelnder Stein, der sich dazu entschieden hat, zu sein. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Ich bin nicht das Leid, welches mir angetan wurde, ich mir selbst angetan habe. Ich bin nicht der Schmerz, den ich durchlitten habe. Und ich bin auch nicht der Hass, der mich jahrelang genährt hat. Nein ich bin Nicole, die sich entschieden hat, zu leben. Die ihre Herkunft nie mehr leugnen wird, das Licht sucht und doch weiß, wohin sie letztendlich gehört. Ich bin zu mir selbst gegangen – mein bisher härtester Weg – aber auch der, der sich am meisten gelohnt hat. Ob ich ein Ziel habe? Ja, habe ich; ich werd dieses Leben zu Ende leben, egal wie lange noch, egal in welche Richtung, egal was mich begleitet. Ich will nur bei mir sein, bei mir selbst und mich nie mehr verlieren. Denn das macht mich stark; ich selbst zu sein!

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