11. Februar … passt das oder darf man so nicht denken?

Ehrlichkeit; etwas, das mir sehr wichtig geworden ist und ich nicht nur anderen entgegen bringe, sondern auch mir gegenüber einfordere. Ich bin auch mir gegenüber sehr ehrlich geworden. Anfangs hat mich das manchmal ganz schön erschreckt. Gedanken, die ich habe; nicht immer die schönsten aber wenn ich dann ehrlich zu mir selbst bin, sind sie wahr. Und dann kam oft die Frage; darf ich das, so denken? Heute bin ich so geübt, dass ich mir immer die Antwort gebe; wenn es wahr ist darfst du es denken!

Eben hab ich die Kinder in die Schule gefahren. Wie immer war das Ganze etwas hektisch, laut und mit endlosem Antreiben meiner Kinder verbunden. Da kommt es schon mal vor, dass mir ein kleiner Seufzer entrinnt, wenn die zwei Lauser endlich aus meinem Auto geklettert sind, Richtung Schulhaus verschwinden und diese wundervolle Stille in meinem Auto einkehrt. „Ich lieb sie trotzdem“, denk ich mir oft und muss dann lächeln. Und während ich heute von der Schule heimfuhr, verfolgte ich diesen Gedanken weiter. Was, wenn ich es nicht könnte? sie lieben, egal wie sehr sie mich manchmal in den Wahnsinn treiben? Und ja, ich kenne leider Menschen, die nicht besonders viel Liebe ihren Kindern mit auf den Weg geben.

Tatsache ist, mein erster Sohn war gewollt und gerade das macht es mir heute leichter, ihn so zu lieben, wie er ist. Wo kämen wir da hin, wenn man sich etwas wünscht, es dann sogar bekommt und dann ist man nicht zufrieden damit? Die Natur ist nun mal kein Versandhandel, wo man bis ins kleinste Detail aussuchen kann, was man will. Und mein Großer ist – trotz seiner Behinderung und den Problemen, die dadurch oft entstehen – auf seine Art ein ganz bezauberndes Wesen! Sein Bruder war eigentlich nicht mehr geplant und vielleicht ist er grade deshalb ein ganz besonderer Mensch geworden. Allein sein Aussehen bringt viele Menschen zu der Aussage: „Oh ist der Süß!“ Dazu hat er ein wirklich magisches Wesen, welches selbst mich von Anfang an verzaubert hat.

Aber darf ich das denken? „Ich lieb meine Kinder, obwohl sie manchmal wirklich zum davonlaufen sind!“? Und darf ich denken „Die Natur hat alles richtig gemacht, so kann selbst ich sie lieben!“? Für jemanden wie mich, der die Liebe erst mal verstehen musste und keine Ahnung davon hatte, ist es ein Vorteil. Es ist ein Vorteil, dass der Sohn, den ich von Herzen gern haben wollte, anders ist. Es spielt keine Rolle, wenn man etwas schon immer geliebt hat und dann kommt es anders, als gedacht. Das hat nie eine Rolle gespielt, für mich war er immer nur „Jetzt bist du da, endlich bist du da, bei mir!“. Und das Kind, welches man eigentlich nie haben wollte, wird mit dem „gewissen etwas“ geboren, sodass man gar nicht anders kann, als es zu lieben. Ja, das hat es mir leichter gemacht und wenn ich ehrlich bin; heute habe ich tatsächlich zum ersten mal drüber nachgedacht…

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