3. Februar … und irgendwann werden wir sagen: es war hart aber schön…

Die Bilanz von dieser Woche verschlechtert sich zusehends. Zur dicken Stromrechnung gesellt sich inzwischen ein Badezimmerfenster, welches mein Sohn mit der bloßen Faust eingeschlagen hat. Glück im Unglück; er hat sich nicht verletzt und nur das innere Fenster zerstört. Allerdings geh ich mal davon aus, dass das Sichtschutz – Glas nicht gerade billig wird. Einen dicken Schnupfen hab ich auch noch über Nacht bekommen; läuft, würd ich mal sagen…

Immerhin, es hat massig geschneit über Nacht; ich werd heute meine neuen Stiefel ausprobieren können. Gestern Regen den ganzen Tag, bis der Garten unter Wasser stand. Heute wacht man auf und es hat locker zehn Zentimeter geschneit. Verrücktes Wetter, wenn ihr mich fragt. Aber was ist heutzutage schon noch normal. Wäre ich normal, wie mich die Welt da draußen gern hätte, dann wäre mein Großer jetzt endlich auf dem Weg ins Heim. Wegsperren, ruhigstellen; damit er endlich nichts mehr kaputt machen kann. Und damit er von seiner restlichen Kindheit nichts mehr mitbekommt… Und mein Kleiner würde endlich vollgepumpt werden mit Ritalin, damit er der Frau Lehrerin nicht mehr so viel Arbeit macht und endlich mit seinem niedlichen kleinen Hinterteil am Stuhl kleben bleibt. Ganz normal eben, so wie die Gesellschaft es als normal empfindet. Und ich würde endlich Vollzeit für Mindestlohn buckeln gehen; hab ja dann genug Zeit, wenn das eine Kind irgendwo im Heim vor sich hindämmert und das andere endlich still ist. So einfach kann es sein und ich bin immer noch so blöd, dass ich nicht normal sein will. Warum eigentlich? Warum lehne ich das Angebot vom Jugendamt ab, mir auf Kosten des Staates regelmäßig jemanden vorbei zu schicken, der mir die Kinder abnimmt, um mich zu entlasten? Weil ich mich frage; wie viel Zeit für mich selbst brauch ich denn noch? Weil es mir nicht genügt, meinen Kindern beim Schlafen zuzusehen. Weil ich nicht Kinder bekommen habe, um die Pharmaindustrie durchzutesten, mit welchem Medikament meine aufgeweckten Lausbuben am stillsten werden.

Wenn das Normalität ist, dann bleib ich gerne die kleine, widerspenstige Mutti, die nicht einsehen will, was gut für ihre Kinder ist. Irgendwie bekomm ich das kaputte Fenster auch noch finanziell unter, das kann man bezahlen. Was man nicht bezahlen kann, ist eine bewusst erlebte Kindheit. Erinnerungen, die meine Kinder grade erleben und für später konstruieren. Ganz unverfälscht, ganz klar im Kopf ohne irgendwelches Gift im Blut. Verdammt, ich bin echt nicht normal…

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