13. Januar … du hast dich getäuscht, nicht ich!

Ein wenig schade finde ich das schon immer wieder, wenn Menschen glauben, mich zu kennen. Sich ein Bild von mir machen und in mir einen Menschen sehen, der ich nun mal nicht bin. Ich bin und bleibe ein Mensch, egal wie sehr ich glaube, das Leben verstanden zu haben. Ich mach Fehler, ich hab nicht immer recht, auch wenn ich hier meine Meinung mit euch teile. Und doch kommt es immer wieder vor, dass Menschen plötzlich ein Bild von mir haben, das einfach nicht stimmt. Weil sie einfach viel zu wenig von mir wissen, mich nie gesehen haben und oft auch nicht mal Ansatzweise verstehen, was ich hier mache.

Und dann kommt das große „Ich hab mich so in dir getäuscht“! Was manchmal sogar stimmen mag, dass man sich in jemandem täuscht, weil er vorgegeben hat, jemand anderes zu sein, als er in Wahrheit ist. Aber oft ist es einfach so, dass man selbst eigentlich nur merkt; ich hatte ein falsches Bild von diesem Menschen. Ich selbst habe gelernt, mir keine Gedanken mehr zu machen, wie ein Mensch wohl ist oder nicht. Jeder Mensch hat Talente, Vorzüge und eine schöne Seite. Aber jeder hat auch seine dunkle Seite, seine Abgründe und seine Fehler. Die Frage ist nicht, wer welche davon hat, sondern wie Menschen miteinander umgehen, wenn sie sich begegnen. Und wer feststellt, dass er mit mir nicht umgehen kann, der darf jederzeit gerne gehen. Es wird immer Menschen geben, mit denen man nicht kann. Und dabei gibt es keine Schuld, die einer von beiden trägt. Sondern einfach die Tatsache, dass nicht immer aus zwei Menschen Freunde werden.

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3 Kommentare zu „13. Januar … du hast dich getäuscht, nicht ich!

  1. Danke für Deinen Beitrag. Wer kennt das nicht, wenn Menschen ihre Erwartungen ungefragt andere Menschen überstülpen, um sich bei Nichterfüllungb enttäuscht zu geben. Ich glaube, Erwartungen und Enttäuschungen sind Geschwister, die sich gegenseitig bestätigen. Besonders die nicht eindeutig kommunizierten Erwartungen vernebeln Beziehungen, führen zu Missverständnissen und Abwendungen. Deren schleichendes Gift bildet sich in den eigenen Vorstellungen darüber, dass der andere doch wirklich wissen müsse, was ich von ihm erwarte. Die Lieblingssätze dazu sind bekannt: «Das muss doch nicht gesagt werden.» «Das weiß man doch.» «Was hat er nur für ein Verständnis von Freundschaft?» «Ich bin doch immer so hilfsbereit, wieso kann sie nicht?» Die Liste der Erwartungsgedanken ist lang und mindestens so lang wie die der Enttäuschungen. Die Destruktivität der Erwartungen entsteht in den (oft unbewussten) Gedanken, dass die anderen mit denselben Werten, Vorlieben, Gefühlen und Vorstellungen handeln wie man selbst. Abgesehen von der dahinter verborgenen Selbstgerechtigkeit und Anmaßung führt der Trugschluss dieses Denkens in den Supergau der Kommunikation. Wer von seinen Erwartungen auch dann nicht lassen kann, wenn sie im Widerspruch stehen zu dem, was ist, befindet sich auf dem Weg in den Hinterhof permanter Enttäuschungen und besserwisserischer Rechthaberei. Viele Erwartungen drehen sich um das, was wir bei unseren Mitmenschen nicht begreifen oder uns wünschen, wie sie sein sollen. Natürlich so wie wir selbst, weil wir ja alles richtig machen und die Fehler und Probleme von anderen verursacht werden. Die Willkür eigener Erwartungen wird nicht hinterfragt Und wenn sich etwas ändern soll, dann bitte bei den Anderen, damit ich so bleiben kann wie ich bin. Dieses Denken ist tragisch, weil die Sehnsucht, ein offenes Leben zu führen, sich nur durch Erwartungen und Änderungen mit und an sich selbst stillen lässt.

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