4. Januar… danke für die Lektion!

Es wird immer Menschen geben, die mich verstehen, die mir ein Stück weit folgen können oder zumindest einen Moment lang über etwas nachdenken, wenn sie meinen Blog gelesen haben. Was ich hier wiedergeben kann, ist ein Bruchteil meiner Gedanken – oder Gefühlswelt, ein Einblick, wie ich mit den Dingen umgehe. Meine Reaktionen auf diese Welt, auf Menschen die mir begegnen. auf das Leben welches einem immer wieder den Weg neu weist.

Wer meinen Blog ein wenig länger verfolgt hat, weiß, dass mein Leben nicht immer ganz einfach war. Nicht nur, weil mich mancher Schicksalsschlag – aber auch eigenes Handeln – manches mal in die Knie gezwungen hat, sondern auch meine Seele, mein Geist, der da oft gelitten hat. Das fing bei quälenden Albträumen an, ging über depressionsähnliche Leiden bis hin zu der Tatsache, dass mein Körper jedes Essen sofort wieder nach draußen beförderte. Als ich vor inzwischen fast zehn Jahren meinen ersten Sohn bekommen habe, hatte ich zwar immerhin eine Aufgabe und vieles wurde besser. Auf der anderen Seite entstand durch seine Behinderung mein isolierender Käfig, der mich seither gefangen hält. Was mir am meisten zu schaffen machte, war die Einsamkeit.

Seit fast zwei Jahren gehe ich jetzt meinen selbstbestimmten Weg, in meiner Mitte, in Selbstliebe und Dankbarkeit. Was mich da hin geführt hat, war zum einen die Fähigkeit, mich zu erinnern; wer war ich, bevor ich zerbrach? Und zum anderen habe ich seither intensiv daran gearbeitet, nie mehr auch nur in die Nähe dieses Abgrundes zu kommen, aus dem ich es raus geschafft habe. Ich habe seither sicher nicht eine rosa Brille auf und rede mir das Leben schön. Sondern ich bin dankbar geworden, dass mich die Wut und der Hass nicht mehr zerfressen, so wie er es Jahre meines Lebens getan hat. Natürlich gibt es Momente, in denen mich ein Mensch nervt oder stört – und diese Momente gibt es sicher auch andersrum, wenn ich jemanden nerve oder störe – aber heute bekomme ich solche Momente sehr schnell in den Griff und mittlerweile gehen sie fast spurlos an mir vorbei. Weil ich gelernt habe, dass ich keine Wut dafür brauche, wenn mich andere etwas lehren wollen. Wenn mir das Verhalten anderer oft zeigt, wie ich selbst nie wieder sein will…

Wenn mir heute also jemand sagt, ich verliere mich selbst, dann lächelt mein Herz, klopft mir munter und sehr freundschaftlich auf die Schulter und sagt: „Das wird uns beiden ganz sicher nicht mehr passieren…“

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