30. November … Nachbarn kann man sich nicht aussuchen – leider!

Wir wohnen ja in einem Mietshaus mit sechs Parteien, wovon wir die einzige mit Kindern sind. Nebenan steht exakt das gleiche Haus – sozusagen bildet es ein Doppelhaus mit unserem – in dem ebenfalls sechs Parteien wohnen. Dort sind es zwei Parteien mit Kindern. Zusammen haben wir einen Gemeinschaftsgarten, der bis letztes Jahr nahezu nur von uns genutzt wurde. Seit letztem Sommer spielt auch das Nachbarskind – er dürfte um die drei Jahre alt sein – gelegentlich mit seinem Vater im Garten.

Nun hatte es ja geschneit Anfang der Woche und mein großer Sohn liebt Schnee. Er nutzt jede Möglichkeit, draußen in dem kalten Weiß zu toben. Jedenfalls stand gestern Morgen plötzlich ein Schneemann in unserem Garten. Da mein Sohn dachte, der sei von den zwei türkischen Mädchen, die er so gerne ärgert, warf er den Schneemann unüberlegt um. Während ich meine Jungs in die Schule fuhr, erklärte ich ihm, dass das sehr gemein war und er den Schneemann bitte wieder aufbauen soll. Am Nachmittag kam er tatsächlich heim und kümmerte sich gleich um seine kleine Schandtat im Garten. Plötzlich rief er ganz aufgeregt nach mir und als ich raus eilte, stand er fast weinend da. Der Schneemann war gar nicht von den Nachbarsmädchen gebaut worden, sondern von dem Vater des Dreijährigen. Dieser hatte meinen Sohn ja schon mal im Garten einfach umgehauen, weil mein Sohn beim Ballspielen sein Kind getroffen hatte. Panisch rief mein Großer, ich solle ihm helfen. Kurzerhand zog ich mir Schuhe an und wir reparierten zusammen den Schneemann.

Ich war kaum wieder in der Wohnung, hörte ich einen Mann draußen schreien. Wieder schaute ich nach dem Rechten und fand den Schneemann – Erbauer wütend auf seinem Balkon vor. Sofort entschuldigte ich das Verhalten meines Sohnes und erklärte, dass er grade alles wieder repariert habe. Doch dem schreienden Mann genügte das nicht, wortwörtlich. Der Schneemann habe so nicht ausgesehen. Wieder entschuldigte ich mich, der Schnee sei inzwischen über Nacht so hart geworden, dass man nur die Kugeln wieder aufeinander setzen, den Schnee aber nicht weiter modellieren konnte. Auch das genügte ihm nicht. Er habe zwei Stunden für diesen Schneemann gebraucht, dafür wolle er jetzt 50 Euro haben! Diese Aussage ist von einem erwachsenen Mann, wohlgemerkt!

Ich erkundigte mich, ob es ihm noch gut gehe, worauf hin er wütend wurde und mich beschimpfte. Und dann drohte er, er würde von meinem Sohn jetzt auch was kaputt machen, so gehe es schließlich nicht. Wieder erkundigte ich mich bei ihm, ob es noch geht, worauf er wieder rasend wurde. Irgendwann rief ich ihm zu, dass er sich einfach was raussuchen solle, was er kaputt machen möchte; wenn es ihm dann besser gehe, solle er es tun. Und dann wünschte ich ihm einen schönen Abend und gab ihm noch mit auf den Weg, dass ich bei solch primitiven Verhalten sicher nicht weiter diskutiere. Ich nahm mein Kind mit rein und beruhigte ihn. Bis spät in die Nacht war er aufgeregt, weinte, hatte Angst, der Nachbar würde wirklich was zerstören, was uns gehörte.

Was ist das bloß für ein Mann? Und was lebt er seinem Kind vor? Gleiches mit gleichem vergelten? Rache? Ich bin entsetzt, neben was man so wohnen muss. Bleibt zu warten, ob dieser Wahnsinnige tatsächlich an die Sachen meiner Kinder geht und was davon kaputt macht. Zutrauen würde ich es ihm. Manchen Menschen kann man nur wünschen, dass sie sich mal selbst begegnen müssen…

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3 Kommentare zu „30. November … Nachbarn kann man sich nicht aussuchen – leider!

  1. Naja, dass das speziell ist, darüber braucht man nicht zu diskutieren, aber wie begegne ich solchem Verhalten? Das scheint mir hier die Frage zu sein. Ich hatte auch Nachbarn, die mit sich selbst große Probleme hatten und diese auf mich abladen wollten. Es gelang ihnen, bis ich täglich mentale Übungen machte um mich vor den Übergriffen meiner Nachbarn zu schützen. Es kam zu einer Umkehr der Situation, die Nachbarn erlebten genau das, was sie mir angetan hatten. Dann begannen sie zu jammern . In einem Gespräch mit einer neutralen Person konnten sie ihre irrealen Meinungen aussprechen ich äußerte mich knapp und sie erarbeiteten gemeinsam mit der Mediatorin Regeln im Umgang mit ihren Nachbarn. Jetzt klappt es. Der Drehpunkt für mich war, dass ich an eine Versöhnung glaubte (nicht immer, zugegeben) und mich mit aller Kraft abgrenzte . Ich wünsche Euch Gottes Segen und seine Hilfe bei der Lösung des Problems.

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