10. November … irgendein Idiot reißt einem immer das Herz raus…

Stand der Dinge ist bei uns zur Zeit; der Kleine kämpft mit heftigen Neurodermitis – Schüben und dieses mal scheinen wir keine Salbe zu finden, die wirklich anschlägt. Gestern Abend war er wieder schlaflos, weil es so juckt und er nicht kratzen darf. Als ich ihm sagte „Ich würd dir das so gern abnehmen“, da schaute er mich mit großen Augen an und wollte wissen: „Wie geht das? Nimmst du mir dann die Haut weg?“ Ich hab es ihm dann erklärt, was ich wirklich meine. Da hat er mich angelächelt und gemeint: „Ach nicht doch, sonst kannst du nicht schlafen, so wie ich“. Tapfere kleine Maus, mein kleiner Mann. Nächste Woche gehen die Untersuchungen los. Irgendetwas lässt ihn in immer wieder kehrenden Abständen sein Essen erbrechen. In letzter Zeit wird es immer schlimmer und ich hab jetzt den Kinderarzt endlich an dem Punkt, dem nachzugehen. Irgendwie wurde es bisher einfach nicht ernst geworden. Wir werden auch das hinbekommen, da bin ich mir sicher…

Der Große geht momentan sehr aggressiv durchs Leben. Er neigt ohnehin dazu durch seine Behinderung. Aber seit seine Leberwerte nicht mehr passen, ist er auf Diät und sein Medikament wurde heruntergesetzt. Man kommt im Moment mit ihm immer wieder in Situationen, da möchte man ihn am liebsten an eine Wand tackern, damit er nichts mehr anstellen kann. Gestern Abend ging sein Wahnsinn bis weit nach zehn Uhr, heute ist er seit halb sechs wieder am rummeckern.

Meine Freizeit ist also zur Zeit mal wieder Null. Ich bin froh, wenn ich die Kids, meinen Haushalt, die Schule und Arbeit hinbekomme; an entspanntes Zocken oder einfach mal nichts tun ist nicht zu denken. Ich will aber nicht klagen und kann noch immer behaupten, es geht mir gut. Ich kann mit all dem Leben. Womit ich langsam nicht mehr leben kann, ist, wenn mir ein eigentlich nahestehender Mensch zum wiederholten male sagt; auch für ihn selbst (mein behindertes Kind) wäre es wahrscheinlich am besten, im Heim zu leben. Sorry wenn ich jetzt mal sehr konkret werde, aber das ist gelinde gesagt wie ein Schlag in die Fresse. Neun Jahre opfer ich nun schon mein Leben für meinen Großen und mir tut es um keinen einzigen Tag leid. Und ich versuche noch immer, meinen Kindern gerecht zu werden, immer. Ihnen den Weg zu zeigen, ihnen die Welt zu erklären, ihnen Liebe mitzugeben. Aber nichts davon scheint zu reichen, nichts. Mein Kind hätte es im Heim besser als bei mir. So sehr also habe ich versagt…

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