4. November … der Funke Hoffnung…

Wenn wir eines Tages aus einem erloschenen Feuer wieder neues machen wollen, muss ein Funke überleben. Wir alle werden mit dem Lebensfunke geboren und werden im Lauf unseres Lebens sehr wahrscheinlich daraus Feuer machen. Manchmal brennt es lichterloh, manchmal flackert ein kleiner Rest; überdauern werden wir uns selbst, wenn wir immer einen Funken retten.

Manchmal brennt man so hell, dass man sich selbst daran verbrennt; zu intensiv gelebt, zu viel riskiert, zu weit gegangen… Doch selbst wenn man in Flammen steht und panisch versucht, zu löschen, sollten wir diesen einen Funken Leben bewahren. Denn nur daraus können wir wieder Feuer machen; irgendwann, wenn wir wieder bereit dafür sind.

Für mich ist es ein Geschenk, immer mehr Menschen zu begegnen, die mir aufzeigen, was meine größten Fehler und Irrtümer waren. Die mir einen Spiegel entgegen halten und mir zeigen; schau, so warst du, erkennst du dich wieder? Ja, ich erkenn mich wieder, wenn mir ein junger Mensch sagt, dass er an das Leben keine Erwartungen mehr stellt. Weil in seiner Kindheit etwas nicht so lief, wie er es gern gehabt hätte. Weil bei ihm alles viel schlimmer war, als bei jedem anderen. Selbst wenn; warum lässt man sich sein ganzes Leben versauen, nur weil es mal zu irgendeinem Zeitpunkt nicht nach Plan lief? Es ist das eine, wenn jemand in unser Leben kommt – oder von vornherein darin existiert – und die Macht über uns ausübt, unser Leben zu beeinflussen. Es ist aber das andere, wie lange wir diesem Menschen Macht geben. Bis an unser Lebensende, wenn wir nichts dagegen tun. Wenn wir weiter daran glauben, dass jemand nicht nur unsere Kindheit, sondern unser ganzes Leben zerstört hat. Wenn wir nicht aufhören wollen, zu leiden, weil uns dieser Schmerz so vertraut ist und weil es einfacher erscheint, Stillstand durch unser Leid zu erklären, anstatt uns einzugestehen, dass wir zu faul, zu ängstlich, zu müde sind, um einfach weiter zu gehen…

Es ist keine Schande, wenn unser Feuer ausgeht und jedem wird das irgendwann widerfahren. Aber wer den einen Funken nicht bewahrt, wird vergehen. Und wenn wir manchmal wanken und für einen Moment lang nicht mehr wissen, wofür wir eigentlich versuchen, aufrecht stehen zu bleiben; für unseren Lebensfunke. Um ihn zu bewahren, am Leben zu halten, zu retten.

Danke für diese Lektion. Danke, dass ich mehr und mehr mir selbst begegnen darf, um zu lernen, um zu wachsen und um mich immer wieder zu erinnern – das ist nicht mehr mein Weg, so bin ich nicht mehr.

Pass auf Deinen Funke auf, auf dass er nie vergeht! Und fürchte Dich nie, ihn brennen zu lassen, wann immer du kannst…

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