2. November … dein Schweigen bringt mich um…

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Kein Schweigen
Dein Schweigen bringt mich um… Rosenstolz

Manchmal trennen sich Wege von Menschen. Manchmal , weil einfach zu viel Zeit vergeht, in der man nichts voneinander hört. Manchmal im Streit, irgendwas ist vorgefallen und zum unüberwindbaren Hindernis geworden. Und manchmal gibt einer so eine Freundschaft auf und geht, was viele Gründe haben kann. Und dann wird es still, man schließt leise die Tür und glaubt, das richtige getan zu haben. Man will nicht mehr sehen, wie sich ein einst guter Freund selbst zerstört. Man wurde so oft von ihm zur Tür gebeten mit der Aufforderung, sich rauszuhalten, bis man irgendwann tatsächlich gegangen ist. Weil man den Schmerz nicht mehr ertragen hat, jemandem dabei zuzusehen, der an sich selbst zugrunde geht. Hinter dieser verschlossenen Tür holt man erst mal Luft. Tief. Und dann dreht man sich um, sieht die Tür und was zuerst wie eine große Barriere aussieht, wird zu einem kleinen Stück Holz, welches einen trennt. Da dahinter ist er. Kämpft seinen vermeintlichen Kampf, allein; er wollte es so. Ein letztes mal berührt man voller Wehmut diese Tür, schließt einen Moment die Augen und glaubt zu wissen; der kommt wieder. Spätestens, wenn er Hilfe braucht oder einfach nur jemanden zum Reden. Man klopft ein letztes mal an; mehr als Abschied als zum Einlass erbitten und dann geht man. Er schafft das, ganz sicher. Und wenn nicht… wird er sich melden!

Selbst Monate später blieb es immer noch still hinter dieser Tür. Wie oft hat man inzwischen dem Drang widerstanden, einfach hinzugehen, diese Tür aufzureißen und nachzusehen? Einfach nur, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist. Dass es ihm gut geht. Dass er noch da ist, obwohl es hinter der Tür immer still ist; manchmal zu still…

Irgendwann bringt einen dieses Schweigen um. Wir waren doch mal Freunde! Gute Freunde, die sich immer alles gesagt haben; alles geteilt haben, nicht nur das Lachen. Und dann ist man sich sicher; ich hab lang genug respektiert, dass er da allein durch will. Man nimmt Kontakt auf, es reicht jetzt, man will ja nur wissen, dass es ihm gut geht. Und dann stellt man fest; egal, wie man versucht, ihn zu erreichen – es geht nicht. Er ist fort, nirgendwo erreichbar. Sämtliche Spuren gelöscht, vergangen, unauffindbar. Er ist fort und nicht mal die einfache Frage „Wie weit fort?“ lässt sich klären.

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Kein Schweigen
Dein Schweigen bringt mich um…

Man weiß nicht, wie man mit diesem Schweigen in Zukunft leben soll. Das muss man wohl erst mal lernen. Diese Tür, diese schmale, kleine Tür, die einen einst getrennt hat, ist zu einem Abgrund geworden, den man wohl nie mehr überwinden wird…

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