29. Oktober … Mauern schützen nicht nur…

Wie oft oder wie lang sagen wir im Leben „Lass mich in Ruhe“ und wenn wir die Ruhe lang genug hatten, ertragen wir sie nicht mehr. Wie oft fordern wir auf mit „Geh weg“ und wenn dann wirklich keiner mehr da ist, sind wir allein und wollen das bald schon nicht mehr sein. Manchmal gehen wir so weit, dass wir rufen „Fass mich nicht an!“ und irgendwann finden wir es traurig, dass uns keiner mehr in den Arm nimmt.

Letztendlich bauen wir Mauern um unser Herz, um irgendwas oder irgendwen zu schützen. Wir ziehen Grenzen, tiefe, schwer bewaffnete Gräben mit Wachposten und unüberwindbaren Hindernissen, damit bloß keiner durch kommt und uns nahe kommt. Wir glauben wohl, dadurch sicher zu sein. Sicher davor, dass jemand kommt und unser Herz berührt. Sicher davor, dass uns das irgendwann gefällt, vielleicht sogar gut tut. Sicher vor der Liebe, die anfangs vielleicht schön sein mag und am Ende doch wieder nur weh tun wird…

Wir bauen also, Mauern und Grenzen und dazwischen, fein säuberlich, noch ein paar Wachtürme, damit uns bloß nichts entgeht. Und sobald unsere kleine, nette Burg durch irgendwas erschüttert wird, gehen wir mutig da raus und ziehen noch eine Mauer drum herum. Höher, breiter, stärker. Setzen den Graben tiefer, fluten ihn, betonieren jede Ritze zu und fühlen uns wieder sicher. Aus unserer kleinen Abwehr wurde erst eine Burg, dann eine unüberwindbare Festung. Und irgendwann stellen wir fest, dass wir einsam geworden sind. Immerhin, uns tut keiner mehr weh. Aber wir sind allein und die Stille wird manchmal quälend laut. Was würden wir drum geben, wenn einer kommen würde, um unser Herz zu berühren…

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