24. Oktober … wo ist mein Schild?

Man sagt, manchmal muss man Menschen, die es am wenigsten verdient haben, einfach in den Arm nehmen und ihnen zeigen, dass wir sie trotzdem lieben. Und ich frage mich, ob das auch für uns selbst gilt. Der Herbst wird bei mir mehr als stürmisch. Ich such grad meine Mitte aber irgendwas in mir grinst höhnisch und sagt: „Pfeif auf deine Mitte, geht auch so.“ Aber ich pfeif so ungern auf mein Gefühl, welches mich so gut wie nie täuscht. Dieses Jahr wollte ich einen ganz großen Schritt machen; gefühlt hab ich gar keinen gemacht, nicht mal einen einzigen. Ich steh ja immer noch hier! Allein der Wunsch, gefestigt und unbeirrbar in meiner eigenen Mitte zu stehen – was immerhin neun Monate geklappt hat – scheint ins Wanken zu geraten. Im Moment stimmt halt leider gar nichts. Auf Arbeit mach ich wie immer nur das eine; meine Arbeit. Aber die Stimmung dort wird immer mieser. Daheim fiebern meine Kinder Weihnachten entgegen und ich versuche es mir vorzustellen; ganz allein, nur die Kinder und ich. Ohne Baum, ohne Kerzenduft, ohne Weihnachtskrippe. Und dann noch Menschen, die einem wieder die gleiche Frage stellen, wieder die gleiche Antwort bekommen und zack – wird man nur noch beleidigt und runtergemacht, weil die Antwort nicht gepasst hat. Ich hasse es, mit jemandem nicht friedlich etwas diskutieren zu können. Mit manchen Menschen geht das nicht. Manchmal bleibt einem nur, den Menschen dann aus seinem Leben auszusperren. Ihn überall, wo man Kontakt hatte, zu blocken. Für mich eine ganz feige Art aber wenn ich merke, dass das der dritte Angriff von dieser Person ist und es mich immer noch trifft – dann muss ich handeln. Er ist solange nett, wie er etwas bei mir erreichen will. Sage oder mache ich nicht, was er will, wird er beleidigend. Stellt Behauptungen auf über mich und versucht mir einzureden, dass das ich sei. Dass ich das getan hätte. Inzwischen so präzise und wiederholend, dass ich mein ganzes Gedächtnis umgegraben habe, um nachzusehen, ob es stimmt! Und im nachhinein bin ich dann sauer auf mich, dass ich mir selbst zu wenig vertraut habe. Dass ich überhaupt nachdenken muss, ob es stimmen kann, was jemand anderes sagt. Manchmal macht mich die Dreistigkeit anderer Menschen schon fast wütend.

Aber diese ganze Kombination – Arbeit, Kinder, Freizeit, und in jeder Abteilung Stress – macht mich in den letzten Wochen etwas mürbe. Zeit, mich einzuigeln, die Schotten dicht zu machen und mal wieder intensiv allein sein. Ich möchte nicht, dass andere beeinflussen können, wie es mir geht. Ich möcht zurück in meine Mitte, in der mir solche Menschen nichts, aber auch gar nichts anhaben können. Ich möchte, dass es sich wieder richtig anfühlt, ich selbst zu sein. Egal, was andere über mich behaupten und mir einreden wollen. Und ich möchte wieder voller Überzeugung sagen können; ja das bin ich, ich bin und ich bin genug!

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