23. Oktober … er ist wieder da!

Dieses abends zeitig schlafen gehen und morgens trotzdem müde aufwachen ist irgendwie schon blöd. Mehrmals war ich wach, weil mich poltern und Gebrüll geweckt hat. Immer wieder musste ich feststellen, dass der Nachbar über uns wieder am Werk war. Was hab ich noch innerlich gefeiert, als vor den Sommerferien plötzlich sein Name vom Klingelschild verschwand. Dachte und hoffte noch, die Nachbarin hat ihren – wie nennt man sowas eigentlich? Im Normalfall Freund, Partner; wobei ich nie begreifen konnte, wie man sich solch einen offensichtlich gestörten Menschen freiwillig ins Haus holt. Auf jeden Fall verschwand sein Name hier von sämtlichen Schildern und ich jubelte; der Wahnsinnige hatte das Haus verlassen – oder sie war endlich mal ein Stück schlauer geworden und hat ihn rausgeworfen. Wie auch immer, er war weg, es wurde angenehm still da oben, vor allem nachts. Vor etwa zwei Wochen war ich am Kinderzimmer putzen, als vor dem Fenster draußen ein Auto anhielt. Diesem entstieg dieser Nachbar, den keiner hier vermisst hat. Mit riesen Koffer. Ich ahnte schlimmes, war kurz davor, da raus zu stürmen und zu rufen „Nein, um Himmels Willen, nehmt den wieder mit! Bloß nicht.“ Grinsend zog er seinen Koffer Richtung Haustür, während mir schlecht wurde.

Seither wird es von Nacht zu Nacht wieder lauter da oben. Die nächtlichen Badewannengänge, welche sich in meiner Wohnung drunter anhören, als würde jemand über uns ein riesen Auqarium wässern, finden wieder mehrmals pro Woche statt. Und sein Gebrüll, bei dem man jedes mal denkt, ein Sondereinsatzkommando hat grade meine Wohnung gestürmt und befehligt nun alles und jeden, sich „zu verpissen“, sonst bringt er „euch alle um“. Heute morgen um halb vier wurde ich wach, weil ich träumte, dass ich in einem kleinen Auto eingesperrt war, an dem von außen jemand heftig rüttelte. Außerdem trommelte derjenige auf dem Autodach rum und brüllte immer wieder „Ich bring dich um!“. Ich war froh, als ich endlich aus dem Traum raus war und dann ganz wach wurde. Allerdings musste ich feststellen, dass mir der Wahnsinnige gefolgt war; er brüllte immer noch. Trampelte wie verrückt und polterte mit irgendwas direkt über mir rum. Bis mir klar war, dass es „nur“ der Nachbar ist, der sich mal wieder benimmt, als sei er frisch der Klapse entsprungen. Ich frag mich ja manchmal, was genau der da oben macht und wie man sich als erwachsener Mensch so benehmen kann. Aber noch mehr frage ich mich, wie man sich als Frau sowas ins Haus holen kann; schlimmer – zurück holen kann!

Jedenfalls bin ich grade tatsächlich froh, dass Weihnachten dieses Jahr bei uns gepflegt ausfällt; besinnliche, ruhige Zeit gibt es hier mit Sicherheit nicht, auch nicht nachts. Hat halt alles auch seine Vorteile, man muss sie nur finden…

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