11. Oktober … Liebe statt Medikamente…

Nach langer Zeit heute mal wieder ein freier Tag und dann steht ein Termin in der Schule an. Gespräch mit der Lehrerin meines jüngeren Sohnes. Soweit, so gut, wäre es nicht die Lehrerin, die meinem Sohn unterstellt hat, er habe ADHS. Gutmütig wie ich manchmal bin und mit einer guten Portion Überzeugung davon, mein Sohn habe ganz sicher kein ADHS, bin ich mit diesem Anliegen in die Klinik. Dass mein Sohn nur anhand von einem Formular und komplett ohne Testung oder auch nur persönlicher Vorstellung zu diesem Thema einfach so die Diagnose erhält; damit hätte ich nie gerechnet. Aber genau das ist passiert.

Das Ergebnis; mein Sohn möge doch umgehend und sehr bald Ritalin nehmen. Meine Reaktion; never! Ohne Diagnose sicher kein Medikament. Und selbst mit Diagnose würde ich zu allerletzt zu Medikamenten greifen. Ich hab – unwissend – meinen großen Sohn an die Pharmaindustrie verkauft. Jetzt ständig Termine zur Leberüberwachung, weil die Werte nicht mehr passen. Absetzen des Medikaments sehr sehr schwierig. Ein Teufelskreis, aus dem mein Großer sehr schwer wieder raus kommen wird. Ich werd also sicher nicht noch ein Kind in diese Problematik stürzen.

Ich werd also ganz brav in die Schule gehen und mir von der Lehrerin anhören, wie egoistisch ich bin. Dass ich zu viel auf mich schaue, was ich möchte  – oder eben nicht – und nicht, was mein Sohn braucht. Ich weiß, was mein Sohn braucht; wenn er mich fragt „Mama, wirst du da sein, wenn ich in Schwierigkeiten bin“, dann braucht er ein klares „JA“. Wenn er mich wieder und wieder fragt, ob ich ihn wirklich liebe, obwohl er eine riesengroße Nervensäge ist, dann braucht er eine Umarmung, einen Kuss auf seine kleine Stirn und ein „Ich werde dich immer lieben!“. Und wenn er mich fragt, ob er gut ist, wie er ist oder seine Kameraden wohl recht haben, er sei ein Noob, dann nehm ich seine Hände und sage ihm „Du bist genau richtig so wie du bist. Umso mehr Menschen du mit deinem Verhalten irritierst und nervst, umso mehr kannst du dir sicher sein, dass du alles richtig machst. Bleib immer du selbst!“

In meinen Augen braucht das mein Sohn. Das und gelegentlich seine Mama, die ihn sanft wieder auf die Welt zurück holt, wenn seine Fantasie mit ihm spazieren geht. Und die ihm immer die Wahrheit sagt, auch wenn das nicht immer das schönste ist. Wenn mich das zu einer schlechten Mutter macht, dann bin ich es eben. Was für mich zählt, ist mein Sohn, der mich umarmt und mir sagt: „Ich liebe dich, Mama. auch wenn du manchmal ein Noob bist!“ 😉

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3 Kommentare zu „11. Oktober … Liebe statt Medikamente…

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