4. Oktober … jeder überlebt, wie er kann!

Gestern eine Unterhaltung über meinen Blog gehabt; die Spaltung unter den Menschen, warum manche regelrecht Mauern um ihr Herz bauen, wo das hinführt, dass sich Menschen immer weiter voneinander entfernen. Die einzige Antwort, die ich darauf geben konnte, war: Jeder überlebt – auf seine Art!

Jahre meines Lebens habe ich damit verbracht, zu überleben. Manchmal rein existenziell; sehen, dass es finanziell irgendwie reicht. Manchmal der pure Schmerz; diesen pochenden, sich windenden Stachel tief in meinem Herz ertragen, der diese brüllenden Schmerzen in mir auslöste, die man einfach nie ignorieren konnte. Und oft war es einfach nur die Einsamkeit. Wie ein wildes, ausgehungertes Tier umkreiste sie mich oft nächtelang. In immer enger werdenden Kreisen, bis ich die Reißzähne allein beim hinsehen schon fast spüren konnte und der warme Atem der Bestie mein Gesicht erreichte. Auge in Auge starrten wir uns zuletzt immer an, bis der Moment kam, in dem es sprang, sich an meiner Kehle fest biss und wohlig fraß die Einsamkeit mich dann auf. Wie eine Erlösung war es, von dem Tier erlegt zu werden. Ich hatte vor wenigen Dingen Angst; ich mochte keine absolute Dunkelheit und ich hasste die Einsamkeit. Und oft brachte das eine das andere mit sich. Nächtelang streifte ich durch Bars und Diskotheken, alles, nur nicht heimgehen. Dorthin, wo irgendwo in der Ecke die Einsamkeit lauerte und darauf wartete, über mich herzufallen.

Heute lasse ich immer einen Fuß im Licht, damit mich die Dunkelheit nie ganz haben wird. Mit vernünftigem Umgang haben wir seit Jahren keinen Grund mehr zur Existenzangst. Der Schmerz ist längst fort und das liegt einzig und allein daran, dass ich ihn gehen ließ. Ich gab ihn frei und seither hab ich ihn nie wieder gesehen. Und auch die Einsamkeit war lange nicht mehr hier. Ich hab mich und ich bin genug! Ich überlebe nicht mehr auf meine Art, ich lebe so, wie es mir möglich ist und ich es will. Ich wünsche euch, dass ihr diese Fesseln auch irgendwann ablegt. Mauern sind wie Grenzen; wir setzen sie uns selbst. Was wiederum aber bedeutet, dass wir selbst sie auch einreißen können. Es liegt an uns selbst…

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