26. September Loslassen heißt nicht vergessen…

„Es geht nicht darum, was auch immer zu ändern, sondern an nichts festzuhalten und die Augen sowie das Herz zu öffnen.“ Jack Kornfield

Früher musste ich immer lächeln. Wenn jemand sagte „Lass los“, dann schmunzelte ich und machte da weiter, wo ich aufgehört hatte – ohne weiter darüber nachzudenken, wen oder was ich überhaupt loslassen soll. Für mich klang das immer sehr spirituell, so ein wenig nach „Ommmmmmm, wir nehmen die Schwingung in uns auf und schwingen mit…“. Ich war schon immer der Meinung, dass man jedem seins lassen sollte; vor allem, wenn es ihm gut tut und der Glaube daran ihn aufrecht hält – dann erfüllt es doch seinen Zweck!

Ausschlaggebend war für mich ein Moment, in dem mich jemand mit meiner Vergangenheit konfrontierte. Dieser Moment tat höllisch weh. Nicht das, was angeprangert wurde, sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, dass man mich 30 Jahre später nicht damit in Frieden leben lassen wollte. DAS schmerzte. Ich kann nicht ändern, was andere beschäftigt und womit davon sie auf mich zukommen. Wenn also andere in der Vergangenheit – in diesem Fall meiner – wühlen, dann werd ich daran nichts ändern können. Was ich ändern kann, ist letztendlich nur das eine; meine Reaktion darauf. Und an diesem Punkt ließ ich los – alles. Mein ganzes vergangenes Leben. Ich kann es nicht leugnen, ich habe nichts davon vergessen und keine Sekunde davon ungeschehen gemacht. Ich habe einzig und allein meinen Frieden auf diese Zeit gelegt, sie umarmt und dann fort geschickt. So, als würde sie mich heute nichts mehr angehen. Und seither spielt es für mich keine Rolle mehr, wer was in meiner Vergangenheit findet. Mich berührt davon nichts mehr. Viel mehr habe ich gelernt, noch mehr auf mein Herz zu hören, wenn mich jemand daran erinnert, wie ich mal war. Ich werd sicher nie eine Heilige sein – das war auch nie der Plan. Aber irgendwann möchte ich sagen können; siehst du, hier, ab hier hat mein neues Leben angefangen. Ab hier hab ich mit meinem Herzen aufgepasst, niemandem mehr weh zu tun. Ab hier wurde ich Mensch…

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