23. September … mit dem Herbst in die Stille…

Gestern noch 25 Grad, strahlend blauer Himmel und das letzte Eis gegessen, heute regnet es und ist ganz schön kühl. Ich konnt den Wind hören in der Nacht, der den Herbst bis vor die Tür geblasen hat. Ich mag die Zeit sehr, wenn sich die Erde schlafen legt für den Winter. Seit hunderten, tausenden von Jahren dreht sich die Welt in diesem Kreis; alles in der Natur vergeht, stirbt einen leisen Tod, damit es im Frühling wieder von vorne los gehen kann. Jahr für Jahr, Jahrhundert für Jahrhundert. Die Zeiten werden uns überdauern und das, obwohl uns ihr Schauspiel manchmal sinnlos vorkommen mag. Warum bringt die Natur im Frühjahr so viel hervor, wenn es wenige Monate später alles wieder vergeht?

Für mich ist Herbst die Zeit geworden, altes loszulassen. Alles, was ich nicht mehr brauch, kann weg. Selbst Gedanken, die nie zu Wegen geworden sind, lass ich frei. Vielleicht müssen wir – wie die Natur – lernen, dass es für alles eine Zeit gibt. Dass es nie umsonst ist, etwas hervorzubringen, selbst wenn wir nicht wissen, ob es Bestand haben wird und wie lange. Und vielleicht müssen wir genauso lernen, wann es an der Zeit ist, etwas aufzugeben, loszulassen, gehen zu lassen. Platz schaffen, uns von dem Alten befreien, bevor wir neues erschaffen.

Das ist mein zweiter Herbst, mit dem ich in die Stille geh. Man kann von der Natur sehr viel lernen, wenn man ihr zuhört. Sie denkt nicht darüber nach, ob es Sinn macht, dass etwas wächst. Nichts in ihr stellt sich die Frage, ob es schön ist oder gefällt. Die Natur sucht sich einfach ihren Weg, gedeiht und versucht, groß und stark zu werden. Ohne weshalb, warum oder wieso. Und letztendlich ist genau das das SEIN. Nicht fragen und überlegen – machen. Nicht verstehen und begreifen, sondern wollen. Nicht warten auf den richtigen Zeitpunkt, sondern hier und jetzt! Es gibt für alles eine Zeit, aber nicht immer den richtigen Zeitpunkt. Die Frage ist und bleibt letztendlich, ob wir etwas annehmen können oder ablehnen. Wie wir mit den Dingen umgehen, die uns begegnen. Vielleicht sind wir nicht immer vorbereitet oder bereit; aber wir können uns jederzeit dazu entscheiden, es zu werden. Einfach mal zuhören, wenn das Leben mit euch spricht. Manchmal weiß es mehr als wir…

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