21. September … gute Freunde…

Bei uns auf Arbeit war diese Woche ungewöhnlich viel los. Sehr viel Arbeit, wenig Personal; ich bin nicht böse, ist die Woche vorbei. Für mich bedeutet das, morgens die Kinder für die Schule fertig zu machen, sie dort hinfahren und dann weiter auf Arbeit. Dort dann durchgehend Rennerei bis 15 Uhr. Danach noch schnell Erledigungen machen, einkaufen oder was auch immer ansteht. Dann heim, bevor die Kinder kommen. Mein Großer hat eine ganz schwierige Phase zur Zeit. Kommt abends nach Hause, stellt Forderungen und wenn ich diese nicht umgehend erfülle, dann wird die Wohnung zerlegt. Gestern hat es meine Küche erwischt…

Umso mehr freue ich mich in solchen Zeiten auf die Lichtblicke. Gestern war das ein sehr gutes Gespräch mit einem Freund, den ich schätzen gelernt habe. Durch einen Zufall haben wir uns vor etwa 5 Jahren kennen gelernt. Was mich anfangs noch ziemlich genervt hat, wurde über die Jahre etwas ganz besonderes. Ein Freund, der einfach vorbei kommt und vor der Tür steht, wenn er mich zu lange nicht erreicht. Der durch all meine Macken durch musste und immer noch da ist. Einer, der immer da war, wenn man ihn brauchte und in der Zeit trotzdem gelernt hat, zu aller erst mal für sich selbst da zu sein. Vielleicht war er mein Lernprozess, mein Stück Weg von der Gleichgültigkeit zurück zur Menschlichkeit. Mit etwas Hartnäckigkeit hat er sich da durch gebissen und ist seit Jahren der einzige, der bei mir klingeln kann und rein gelassen wird auf einen Kaffee. Ja, ich gehöre zu der Sorte, die unangemeldeten Besuch nicht mag. Sogar Mutti muss sich anmelden…

Es ist gut zu wissen, dass man Freunde hat und von Zeit zu Zeit sollte man vielleicht mal kurz inne halten und sagen; danke, danke dass es euch gibt. Danke, dass ihr geblieben seid, wenn es ungemütlich wurde. Danke, dass ihr meine dunkelsten Ecken kennt und darüber schweigt. Und danke für jedes einzelne Jahr, welches ihr mich aushaltet. Ich weiß, ich sag es selten und zeig es vielleicht nie, aber ich bin unendlich dankbar, dass es euch gibt und ihr mich meinen Weg gehen lasst.

Wir sollten es nie für selbstverständlich halten, Freunde zu haben. Welche, für die die Frage „Wie geht es dir?“ mehr als nur eine Floskel ist und die genau wissen, ob ein „Mir geht es gut“ die Wahrheit ist oder nicht. Die von Zeit zu Zeit nachfragen, ob alles in Ordnung ist. Vielleicht empfinden wir das manchmal als nervig und dann sollten wir uns vielleicht einfach mal klar machen; das ist Menschlichkeit, Nächstenliebe und vielleicht einfach nur die Tatsache, dass man jemandem wichtig ist.

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