20. September … du leidest viel zu gerne…

“ Komm her
und verbeug dich vor dir selbst.
Du leidest viel zu gerne.
Lauf weg
vor den Gespenstern dieser Welt!
Niemand folgt dir,
denn dein schlimmster Feind bist du.“ Rosenstolz

Umso bewusster ich meinen Weg gehe, umso mehr fällt mir auf, wie viele Menschen einen ähnlichen Weg gehen wie den, auf dem ich selbst war. Und ich frage mich wieder und wieder, warum um Himmels Willen es sich manche Menschen selbst so schwer machen! Warum quälen sich manche Menschen so sehr mit der Suche nach Glück, nach Liebe, nach Zweisamkeit, nach Erfüllung? Warum sucht ihr im Außen – außerhalb von euch selbst – nach diesen Dingen und foltert euch mit der Tatsache, dass ihr sie dort niemals finden könnt? Ich hätte früher meine Seele und alles was mit ihr verbunden ist verkauft – egal an wen oder was – und wahrscheinlich hab ich etwas in die Art längst getan, nur um nicht allein zu sein. Ich hätte mich bereit erklärt, des Teufels Hölle jeden Tag auf Knien mit der Zahnbürste zu schrubben, wenn ich nur endlich jemanden an meiner Seite gehabt hätte, der mich die Welt ertragen lässt. „Mit dir schaff ich alles! Für dich geh ich durch die Hölle!“ – warum funktionieren wir weit über unsere Grenzen hinaus für andere, aber nicht für uns selbst? Warum glauben wir, jemanden zu brauchen, für den wir die Welt ertragen, den Schmerz ignorieren und den Sinn verstehen können? Wann haben wir aufgehört, an uns selbst zu glauben, für uns selbst einzustehen, für uns da zu sein? Und vor allem; warum geben wir unser eigenes Leid nicht endlich auf, um frei zu sein? Leiden wir wirklich manchmal gerne? Ist es das, was unsere Seele von Zeit zu Zeit braucht; dass wir sie wie ein kleines Kind schützend in den Arm schließen und behüten vor der kalten, rauen Welt? Ist das das kleine Kind in uns, welches manchmal nach seiner Mutter ruft, mit nichts als einem kleinen Teddybären in der Hand?

Wir gehen Wege, auf denen uns niemand mehr folgen kann. Weil wir allein sie verstehen; wir allein das Leid, welches sie erfüllt, spüren können; wir ganz allein uns diese Wege ausgesucht haben. Egal, wonach wir uns sehnen, wohin wir wollen; erst wenn wir durch unser Leiden durch sind, werden wir alles andere überhaupt erst annehmen können. Wir erschaffen unser eigenes Leid und wenn wir das verstanden haben, dann werden wir auch verstehen, dass wir alles andere auch selbst erschaffen…

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