09. September … wir sollten leben, bevor wir sterben…

Sonntagmorgen und ich muss mich etwas sputen. In zwei Stunden kommt die Oma (meiner Kinder) und wir fahren in den Märchenpark. Vorher wollt ich mich hier noch kurz um meinen Blog kümmern und dann seh ich Kommentare zu meinen vergangenen Einträgen. Die meisten davon geb ich ja frei, auch heute wieder. Und ich lass da auch jedem gern seine Meinung, so wie ich meine habe. Aber äußern möcht ich mich trotzdem dazu.

Auf meinen Blogeintrag zu „… kommen wir wieder?“ habe ich einen Kommentar bekommen, der inhaltlich besagt, dass Wiedergeburt Blödsinn sei und nur etwas für Feiglinge, die Angst vor dem Tod und seiner Endgültigkeit haben.

Ich kann mal wieder nur für mich sprechen; ich persönlich glaube daran, dass wir wieder kommen, habe aber nicht den Funken Angst davor, zu sterben und irgendwo im Nichts zu vergehen. Ich hatte mehr als mein halbes Leben große Sehnsucht nach dem Tod, wie einen Gefährten , einen Bruder hab ich mich nach ihm gesehnt. Und alles, wovor ich mich tatsächlich gefürchtet habe, war die Angst, wieder auf diese – in meinen Augen damals – verdammte Welt zu müssen. Und ich kenn inzwischen einige, die sich sehr wünschen, dass nach dem Tod hoffentlich alles vorbei ist. Ist es nun also so einfach; wer gerne lebt, hofft auf die Unendlichkeit in Form der Wiedergeburt? Und wer am Leben kaputt ging, der hofft, dass endlich alles aufhört?

Für mich ist die Wiedergeburt eigentlich nur die einfachste Erklärung für diverse Tatsachen. Warum wir uns zum Beispiel manchmal erinnern, an Dinge, die außerhalb von diesem Leben passiert sind. Warum es immer mal wieder Menschen gibt, die mit wenigen Jahren schon unglaubliches leisten, ohne es scheinbar wirklich gelernt zu haben. Warum verschwinden Energien scheinbar irgendwann ganz? Und was wird aus meiner Seele, mit all ihrem Wissen darauf, wenn mein Körper stirbt?

Ich schwanke auch manchmal zwischen „wir kommen wieder und das ist gut so“ und „Leider kommen wir wieder und dieser Wahnsinn wird von vorne losgehen“. Jeder Mensch dürfte immer mal wieder seiner Stimmung unterliegen. Was ich aber nie gehofft habe, ist; hoffentlich kommen wir wieder, ich will nicht in der Ewigkeit verglühen.

Letztendlich finde ich es sehr spannend und irgendwie schön, dass der Tod so mysteriös ist und bleibt und sich irgendwie jeder das wünschen kann, was für ihn am besten vereinbar – vielleicht auch am einfachsten, am schönsten, am harmlosesten – ist. Tatsache ist, dass wir alle sterben werden und es spielt keine Rolle, was danach kommt. Wichtig ist eigentlich nur eines; dass wir davor gelebt haben…

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