3. September … wer hat an der Uhr gedreht?

Es riecht nach Freiheit, wenn man mal den Kaffeeduft ignoriert. In eineinhalb Stunden fährt der Kleinbus vor, lädt meine Jungs ein und fährt sie in den Hort. Schule geht erst nächste Woche los, aber Hort schon heute. Und in Mutti summt so ein leises „Yeah, yeah, yeaaaahhhhhh!“. Endlich mal wieder ein Telefongespräch am Stück, alleine auf dem Klo, Schokolade naschen, ohne dass sie geklaut wird. Und diese Stille! Es wird herrlich!

Eine schöne Zeit haben wir miteinander verbracht; zusammen gekocht, spazieren gegangen, beim Baden gewesen, Spielplätze besucht… Ganz entspannt, ohne Hetze zwischen Arbeit, Hort, Haushalt und Schule. Man könnte sich glatt dran gewöhnen, wenn es nicht immer so laut wäre. Das ist ja so ein kleines Problem von meinem Sohn; leise kann er nicht. Er ist immer laut und alles, was er macht, muss irgendwie laut sein. Gestern Abend endete es mit Tongeräuschen von Motorsäge und Laubbläser; er liebt alles, was laut ist und sucht sich immer wieder im Internet passende Aufnahmen dazu. Seit fünf Uhr setzt er das heute schon fort. Wir haben uns zusammen ein paar Dinge davon angesehen, inzwischen hab ich aber so Kopfschmerzen davon, dass ich mich an meinen Rechner verzogen habe. Immerhin hat er seinen Bruder – den Langschläfer – mit seiner Vorführung wach bekommen. Es hat eben alles auch seine Vorteile…

Ich freu mich jetzt auf den Herbst, die trüben Tage und letzten Sonnenstrahlen. Auf die Zeit der Kerzen; ihr Licht leuchtet doch erst richtig schön, wenn es draußen dunkel wird. Auf die Zeit der Düfte, nach Zimt, Lebkuchen und Orangen. Auf das Laub, welches welkt und fällt und der Natur, die sich langsam schlafen legt. Und dann wird der Schnee kommen und sie zudecken. Alles wird still und lässt uns die Vergänglichkeit spüren. Zeit auch für uns, mal ein wenig langsamer zu werden, entspannter, vielleicht auch mal nachdenklich. Wie viele Sommer wird es noch geben für mich? Und wie viele davon werde ich leben, intensiv und bewusst erleben, mit meinen Sinnen, mit meinem Herzen, mit allem, was ich bin? Dieses Innehalten, Neusortieren, Richtung korrigieren; das sollten wir gelegentlich tun. Nicht sicher sein, dass wir alles unter Kontrolle haben, sondern einfach mal nachschauen, ob das stimmt. Ob wir immer noch glauben, dass das wir sind, das unsere Richtung ist, unser Weg. Wir immer noch die gleiche Überzeugung haben, die gleichen Ziele und sind wir immer noch bereit, alles dafür zu tun?

Während die Welt sich bewegt und um uns herum verändert, gehen wir oft eisern unseren Weg. Ohne zu hinterfragen; ist das immer noch das, was ich will? Bin das immer noch ich? Ist das MEIN Leben, mit meinen Träumen und Zielen? Wir sollten nie aufhören, uns selbst zu hinterfragen, uns immer mal wieder zu orientieren und neu zu sortieren. Die Dinge verändern sich, auch wir. Ob wir wollen oder nicht…

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