2. September Mutig? Dann such dich selbst…

Was ist für euch eigentlich Mut? Ich meine, richtigen Mut, der uns größer und stärker macht, als wir eigentlich sind und mit uns über unsere – oft selbstauferlegten – Grenzen fliegt. Vor zwanzig Jahren sang Nena schon „… Liebe wird aus Mut gemacht…“ – wird sie das? Mut, jemanden anzusprechen? Mut, jemandem zu gestehen, dieses eine – wundervolle – Gefühl mehr für ihn zu haben, als für jeden anderen? Mut, zu diesem Menschen zu stehen, immer? Oder fängt Mut bei vielen schon da an, Gefühle überhaupt zuzulassen? Sie nicht wieder panisch zu unterdrücken, weil man ohnehin glaubt, es wird nur neuer Schmerz, sondern alle Bedenken seufzend über Bord zu werfen und dieses herrliche Gefühl zu umarmen? Zulassen, geliebt zu werden; mehr noch – zulassen, jemanden zu lieben. Ohne zu hinterfragen; ist er es wert, hat er es verdient, wird das wieder weh tun? Vielleicht braucht Liebe – den Schritt hin zu ihr – manchmal Mut. Aber sie muss sicher nie verdient werden oder hat einen Wert. Aber was ist nun dieser Mut?

Wann war ich mutig? Vielleicht, als ich unzählige Jahre meiner eigenen Überzeugung wegwarf und einfach Kinder bekam? Als für mich nicht mehr zählte, dass ich eigentlich nie Kinder haben wollte, sondern mir die Vergänglichkeit sagte, es ist an der Zeit. Ich hab nie drüber nachgedacht, ich hab es einfach versucht. Weil mein Herz JA sagte, das hat mir genügt. Ich habe nie überlegt, ob es Mut oder Dummheit war; es spielt keine Rolle! Fakt ist, es hat mich zu einem anderen – besseren – Menschen gemacht.

Ich glaube, es war auch Mut, als ich anfing, mich selbst suchen zu gehen. Nicht einfach die schlichte Frage „Wer bin ich?“, sondern das intensive Suchen und durchleuchten meiner selbst. In den dunkelsten Ecken, in den tiefsten Abgründen und an Orten, die entsetzlich weit fort von mir waren, fand ich mich wieder. Ich stellte mir keine Fragen, vielleicht, weil ich auch viel zu betäubt dazu war. Aber ich fand Antworten, deren Fragen ich niemals gewagt hätte, zu stellen. Ich suchte mich selbst und wenn mich jemand fragen würde, so wäre meine Antwort heute; ja es brauchte Mut. Aber man sagt auch, Mut wird manchmal belohnt und das ist durchaus richtig!

Mut also, etwas wagen, wovor man sich so lange gefürchtet hat. Wie lange geht man sich selbst aus dem Weg, nur um sich nicht begegnen zu müssen? Wie lange schiebt man immer wieder die gleiche Gedanken weg, weil man nur zu gut weiß, wohin sie führen? Wenn wir über uns hinauswachsen wollen, über unsere Grenzen gelangen wollen oder einfach nur wir selbst sein wollen, dann brauchen wir Mut. Mut, einmal größer zu sein, als wir selbst. Ohne den Hauch einer Ahnung, ob wir danach überhaupt noch in unsere ursprüngliche Form passen. Aber vielleicht müssen wir das auch gar nicht. Schmetterlinge sind ja nach ihrer Verwandlung auch zu groß für ihren Kokon…

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