1. September … wenn nicht du, wer dann?

„Wenn das Mitgefühl, die Gerechtigkeit und die Befreiung nicht in uns selbst zum Leben erwachen – wo könnten sie es sonst?“ Jack Kornfield

Ja, wo sonst, wenn nicht in uns? Immer wieder sagen mir Menschen „Niemand ist frei“, „Keiner kann ohne Grübeln durchs Leben“ oder „Auch du kannst deine Vergangenheit nicht ausblenden“. Immer wieder gut, dass andere meine Grenzen deutlich besser kennen, als ich. Dann muss ich sie nicht suchen gehen… *Ironie off*

Ich bin frei, egal wie viele mir das Gegenteil behaupten wollen. Nur, weil es selbst jemand nicht schafft, frei zu sein, sollte er es mir nicht absprechen. Letztendlich sind wir das, was wir denken und solange jemand glaubt, niemand könne frei sein, solange wird dieser Jemand es auch mit Sicherheit nie werden. Weil er es sich selbst verbietet. Weil er sich eine Grenze setzt und diese nie überschreiten wird.

So wie ein Freund, der mir sagt, dass jeder davon läuft, wenn er seine Narben sieht. Mein lieber Freund, lass dir gesagt sein; solange du daran glaubst, wird das jeder tun! Versprochen! Denn du hältst das aufrecht, du glaubst daran, du legst dir selbst diesen Fluch auf. Was hab ich meine Kaiserschnittnarbe gehasst! Direkt auf meinem einst so schönen, flachen Bauch prangt dieses Miststück. Ziepte und zog und erinnerte mich damit ständig daran, dass sie da war. Hässlich, gemein und ganz sicher für die Ewigkeit. Erst als ich lernte, dass auch diese Narbe – und all meine anderen Makel – zu mir gehören, Teil von mir sind und genauso geliebt werden wollen wie alles andere, erst dann wurde sie still. Schmerzte nicht mehr, verlor ihr auffälliges rot und wurde blass. Ich hab sie angenommen, so wie ich alles Gute und Schlechte an mir angenommen habe. Denn wenn ich selbst nicht fähig bin, mich so zu lieben, wie ich bin, wie soll es dann ein anderer können? Wie will ich von jemandem erwarten, etwas zu tun, wozu ich selbst nicht fähig bin? Erst, wenn ich anderen vormache, wie es geht, wie einfach es ist, dass es möglich ist; erst dann werde ich es auch zulassen können. Dann wird mein Herz nicht leise aufschreien „Du kannst mich nicht lieben, ich kann es ja selbst nicht“, sondern es wird aufblühen und rufen „Siehst du, gar nicht so schwer, mich zu lieben. Und sooo schön!“

Wenn du selbst nicht an dich glaubst, wer dann? Wenn du selbst nicht bereit für dich bist, wer dann? Wenn du selbst nicht weißt, wer du bist, wer dann? Und das macht deine Freiheit aus; die Art, wie du selbst mit dir umgehst. Bist du ein Mensch mit Narben, mit Makeln, mit Fehlern? Oder bist du DU, mit Spuren deines Lebens auf dir, deiner Seele, deinem Herz aber dem festen Glauben IN deinem Herz, dass du gut bist, wie du bist? Bist du der Mensch mit all dem Misstrauen in dir, als Dank für jede Lüge, die man dir erzählte? Oder bist du der Mensch, der seinem Herzen dankt, dass er selbst die Wahrheit fand und nicht von ihr abweichen wird? Der das Vertrauen wieder und wieder sucht, weil er daran glaubt, dass es der einzige Weg ist und es auch andere gibt, die ihn gehen? Bist du der Mensch, den das Leben formte, die Vergangenheit prägte, die Angst maßschneiderte? Oder bist du DU, unbeirrt und im tiefen Vertrauen zu dir selbst, frei von Angst und mit deinem Herzen in der Hand, dem du zuzwinkerst und sagst: „Auf gehts, die können uns nichts!“ und dann gehst du leben? Bist du frei?

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