25. August … Freunde und was sie wert sind…

Wahre Freunde dürften mit das wertvollste sein, was man hat auf dieser Welt. Ich bin kein Gesellschaftsmensch, nie gewesen und bis heute nicht geworden. Menschenmengen sind einfach nichts für mich und ich war nie mit irgendwelchen Cliquen unterwegs. Umso mehr Menschen um mich sind, umso unwohler fühle ich mich. Ich hab schon immer zurückgezogen gelebt, auch heute noch mit den Kindern. Es gibt immer ein paar Menschen, die mich ein Stück weit begleiten auf meinem Weg und ich hatte immer das Glück, dass es sehr liebe Menschen waren und sind. Welche, die wesentlich besser Freunde sein können als ich. Von mir kann man zwar alles haben, selbst wenn ich selber nichts mehr hab, bin ich bereit, das wenige mit meinen Freunden noch zu teilen. Wenn aber die Welt mir zu laut wird, zu schnell, zu bunt, dann geh ich in meine Burg – meine vertraute, geliebte Festung – und mach die Schotten dicht. Dort hab ich meine ersehnte Ruhe und komm erst mal nicht mehr raus. Man kommt aber auch nicht mehr rein…

Wer schon mal richtig einsam war, der weiß Freunde noch mehr zu schätzen. Oft brauchen wir nicht mal viele, sondern nur den einen, richtigen! Einer, der sich ohne zu zögern auf den Weg zu dir macht, weil er grade erfahren hat, dass deine Welt zerbricht. Der einfach alles stehen und liegen lässt, um zu dir zu kommen, obwohl er nicht mal ein Auto hat und du am Hintern der Welt wohnst. Das sind Freunde!

Oder einer, der zwei Tage und Nächte nicht von deiner Seite weicht, um zu sehen, ob du weiter atmest. Der dir nicht übel nimmt, dass du dir haufenweise Tabletten eingeschmissen hast, um zu sterben, sondern zusieht, dass du nicht erstickst, wenn du dich im Schlaf erbrichst. Einer, der versteht, was du getan hast, dich aber nicht gehen lässt, weil du dafür noch viel zu jung bist. Das sind Freunde!

Oder einer, der dir die schwerste Entscheidung deines bisherigen Lebens abnimmt. Ohne über die Konsequenzen nachzudenken, sondern einfach nur mit dem Wissen, dass eine eigene Entscheidung dich innerlich zerreißt. Und für den Fall, dass du diese Entscheidung irgendwann bereust, wirst du nicht dich selbst hassen müssen, sondern kannst ihn dafür hassen. Das sind Freunde!

Ich hatte meistens Glück, irgendwas da oben war fast immer gnädig und hat mir jemanden an die Seite gestellt. Wenn ich mich an die qualvollen Stunden erinnere, in denen ich allein war und diese Stille kaum ertragen konnte, dann bin ich für die Tatsache, selten ganz allein gewesen zu sein, sehr dankbar. Ich erinnere mich an Zeiten, da hab ich sogar mal die Seelsorge angerufen. Weil ich dieses Chaos in meinem Kopf und die Leere in meinem Herzen einfach weder verstehen noch ertragen konnte. Eine Zeit, in der ich mich oft selbst verletzt hab, nur um zu spüren, dass ich noch am Leben bin. Weil ich mich so leer fühlte, so allein, so wertlos und so zerstört. Was bin ich froh, sind diese Zeiten längst vorbei und kann ich heute problemlos allein sein.

Und trotzdem danke ich jedem Freund, jedem Mensch, der ein paar Schritte oder ein gutes Stück Weg an meiner Seite gegangen ist oder immer noch geht; wahrscheinlich sag ich es viel zu selten, aber ich bin froh, dass es euch gibt. Ich bin dankbar für jedes liebe Wort, für jede gereichte Hand, für jedes „ich denk an dich“. Freunde sind unbezahlbar und ich hoffe, ich hab jeden davon anständig behandelt und bin ihm gerecht geworden. Und hoffe immer wieder, meine Burg ist grade offen, wenn mich einer von euch braucht…

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