21. August … uuuuund nächster Schritt!

Langsam machen wir Fortschritte, große Fortschritte. Und es fühlt sich gut an! Mein neues Schlafzimmer ist bewohnbar, wenn auch nicht komplett fertig. Was fehlt ist aber eher Deko als Notwendigkeit; Teppich, Gardinen, Kommode. Wenn Hermes mal wieder ganz lieb ist, wird er mir schon meine Sachen bringen. Ich wart ja erst seit zehn Tagen drauf, sollen sie es ruhig noch ein wenig länger im Verteilerzentrum aufbewahren. Umso länger kann ich mich drauf freuen…

Uns gelingt in der Zwischenzeit, dass mein Kleiner mich jetzt schon zweimal ganz in Ruhe eine komplette Nacht in meinem Zimmer hat schlafen lassen. Und ich merke jeden Abend, welcher Kampf in dem kleinen Kerl stattfindet. Fast neun Monate lang hab ich ihn aus meinem Bett nicht mehr raus bekommen. Mit immer neuen Ausreden, viel Gebrüll, zum Teil echt bemerkenswerten Argumenten kam er immer und immer wieder daher. Raubte mir meinen Schlaf, boxte und trat mich im Schlaf die halbe Nacht, während ich wach lag. Schnarchte leise und manchmal wirklich niedlich vor sich hin, während seine kleinen Füße an meinem Rücken nach einem Weg suchten, wo sie weiter kamen. Zahllose Nächte ohne Schlaf und immer wieder die Frage an ihn; warum? Von „Ich will nicht allein sein“ bis „Dein Bett ist so kuschlig“ kam da jede einzelne Aussage. Keine wirklich greifbar für mich, um irgendwas bewirken oder verändern zu können. Für mich sah es irgendwann danach aus, dass mein kleiner Sohn sich nachts einfach nur das holte, was er tagsüber nicht erreichen konnte – meine Nähe. Sein großer Bruder sucht keine körperliche Nähe, will nicht kuscheln oder umarmt werden. Sieht er es bei seinem kleinen Bruder, dass der mich umarmen möchte oder an mich kuschelt, dann wird er ziemlich aggressiv und versucht – wenn es sein muss auch mit Gewalt – uns zu trennen. Mein kleiner Sohn hat es irgendwann aufgegeben, Nähe bei mir zu suchen, wenn er dabei erwischt werden konnte. Was bedauerlich war, auch für mich. Wie übel konnte ich es ihm also nehmen, dass das kleine clevere Kerlchen jetzt nachts kam, um bei mir zu sein? Nur leider schwand dadurch mein erholsamer Schlaf, immer öfter wachte ich müde und gerädert am nächsten Morgen wieder auf.

Im Moment bleib ich bei meinem Kurzen, bis er eingeschlafen ist und geh dann in mein eigenes Bett. Er überwindet seine Angst vor dem Alleinsein und ist dabei ganz schön mutig geworden. Klar haben wir es abgesprochen und er weiß, dass ich nicht mehr die ganze Nacht neben ihm liege. Anfangs kam er jedes mal rüber zu mir, wenn er nachts mal wach wurde. Murmelte dann etwas wie „Ich weiß, dass du hier bist“ und ging dann meistens wieder. Und jetzt hat er schon zwei ganze Nächte ganz ohne mich geschafft. Was in seinem Alter gar kein Problem sein dürfte, wenn man nicht die letzten Monate im Bett seiner Mutter nach Schutz gesucht hätte. Schutz vor dem großen, manchmal ganz schön blöden Bruder. Schutz vor den Monstern unter dem Bett und vor allem in seinem Kopf. Und einfach nur Schutz in Mamas Nähe, die sich so herrlich nach Liebe anfühlt. Er wird immer mein kleiner Mann bleiben, mein Böhnchen, wie ich ihn die ersten Monate seines Lebens nannte. Jetzt wird er wieder ein Stück groß mit kleiner, stolzgeschwellter Brust. Und das sag ich ihm jeden Morgen, wie stolz ich auf ihn bin und er auf sich sein kann. Wir gehen wieder einen kleinen Schritt nach vorn und wenn wir dort fest stehen, dann gehen wir unsere nächste Baustelle an. Auch wenn die Dinge Zeit brauchen, verändern werden wir sie trotzdem. Immer wieder und zu jeder Zeit; solange, bis wir alle sagen können – es ist gut wie es ist!

 

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