20. August … kehr vor deiner eigenen Tür…

„Unser Beitrag zum Fortschritt in der Welt besteht darin, unser eigenes Haus in Ordnung zu bringen.“ Mahatma Gandhi

Es wäre durchaus ein Fortschritt in dieser Welt, wenn das mal der ein oder andere beherzigen würde. Wenn jeder erst mal vor seiner eigenen Haustür kehrt und wenn er grad dabei ist, vielleicht gleich mal die ganze Wohnung oder das Haus in Ordnung bringt. Ich erleb es oft, dass mein behinderter Sohn mit seinem Verhalten auffällt und sich die Menschen um uns herum sehr darüber aufregen. Weil er laut ist, weil er – wenn nötig – eine Frage so oft stellt, bis er eine Antwort darauf hat. Als wir mal mit dem Schiff unterwegs waren, hat er mit seiner Fragerei eine Frau dermaßen genervt, dass sie sich irgendwann zu uns umdrehte und meinte: “ Oh Gott ist der dumm!“ Ich ging damals einen Schritt auf sie zu, sah sie an und meinte: „Mein Sohn ist nicht dumm, er ist behindert. Ich hoffe, es stört Sie nicht!“ Das Schiff legte kurz danach an und die Frau rannte mit ihren Stöckelschuhen als eine der ersten von Bord und hinterließ quasi nichts außer einem Staubwölkchen.

Menschen urteilen, es liegt in ihrer Natur. Sie kennen keine Hintergründe, nehmen etwas nur wahr und urteilen. So wie unser Nachbar, der meinen Sohn in unserem Garten einfach mal eben umgehauen hat. Weil mein Sohn beim Spielen mit dem Ball seinen Sohn getroffen hat, ging der Vater auf meinen Sohn zu und stieß ihn so fest in die Brust, dass er nach hinten umgefallen ist. Dabei hatte mein Sohn es nur nett gemeint, wollte mit dem Nachbarskind spielen und hat ihm einen Ball zugeworfen. Dass der dreijährige den gar nicht einfach so fangen kann, das war meinem Sohn nicht klar. Für solche Dinge fehlt ihm manchmal einfach der Verstand. Was aber noch lange kein Grund ist, ihn einfach umzuhauen. Ein Gespräch mit diesem Vater führte zu nichts. Es sei seine Erziehungsmethode an meinen Sohn, mehr hatte er dazu nicht zu sagen. Außenstehende wollen also meinen Sohn erziehen und dann noch mit der Methode „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. „Er hat meinem Sohn weh getan, ich hab deinem Sohn weh getan“ – Originalaussage des Vaters. Da ist es wieder, dieses „Gleiches mit Gleichem vergelten“. Solchen Menschen sollte man auch empfehlen, bei sich selbst anzufangen, bevor man andere Kinder erziehen will. Mit diesem Verhalten bei einem erwachsenem Mann dürfte einiges im Argen liegen…

Mir gelingt es leider auch nicht immer, einen Moment in mich zu gehen, bevor ich eine Situation beurteile. Immerhin, ich versuche inzwischen, höchstens eine Situation zu bewerten und nicht die Menschen, die dazu gehören. Aber ich arbeite daran, immer wieder meinen Glauben zu finden, dass Menschen ihre Gründe haben für ihr Verhalten. Ich kann sie nicht erziehen oder belehren. Das einzige, was ich tun kann, ist ihnen die Wahrheit mit auf den Weg zu geben. Wie die Dinge wirklich sind und nicht, wie sie die Dinge einfach nur sehen. Aus einem Moment heraus, ohne zu wissen, was dahinter steckt. Ich versuch, mein Haus in Ordnung zu halten und umso mehr ich es entrümpel und achtsam aufräume und herrichte, umso mehr merke ich; da steckt ein ganzer Tempel drin. Einer, in dem man still sein sollte und dann ganz tolle, interessante Dinge findet. Ich werd ihn ehren, diesen Tempel und so gut ich kann in Ordnung halten.

Habt ihr euch auch schon mal bewusst gemacht, dass es wichtig ist, immer bei sich selbst anzufangen? Bevor man anderen etwas vorwirft erst mal sehen, ob man es selber kann oder macht? Kehrt ihr erst euren Dreck weg, bevor ihr auf fremden Grund geht?

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