16. August … Zahn um Zahn…

„Auge um Auge führt nur dazu, dass am Ende die ganze Welt blind ist.“ Mahatma Ghandi

Viele Jahre hab ich jedem, der in meinen Augen etwas falsches an mir getan hatte, voller Wut und Hass die Quittung serviert. Oft verlor ich dabei schnell das Maß aus den Augen und ging auf alles und jeden los, bei der geringsten Kleinigkeit. Es ging längst nicht mehr um Gerechtigkeit, sondern rein um Rache. Wenn jemand nichts falsch machte, dann passte ich meine Meinung seinem Verhalten an und schon konnte ich behaupten, er hat etwas falsch gemacht. Manchmal, wenn ich hier über meine früheren Jahre schreibe, frage ich mich: Oh Gott, was warst du für ein Mensch? Lange hab ich mich für meine früheren Verhaltensweisen geschämt. Inzwischen hab ich mir auch das verziehen.

Ein halbwegs vernünftiger Mensch wird sich immer wünschen, dass Frieden auf der Welt herrscht. Gerade in der heutigen Zeit, in der es Waffen gibt, die unglaublich schnell und effektiv sehr viel Erde unbewohnbar machen können, sollte der letzte begriffen haben, dass ein Krieg verheerend sein wird. Für diese Erkenntnis reicht also der Verstand. Warum also reicht er dann oft nicht für uns selbst und unseren Nachbarn? Warum lass ich den Frieden nicht in mir selbst beginnen und trag ihn von dort raus in die Welt? Nachts, wenn ich nicht schlafen kann, weil der eine Nachbar trampelt und der andere brüllt, da hab ich auch manches mal vorgehabt, hoch zu gehen. Denen mal die Meinung zu geigen. Und dann am nächsten Tag die Kinder mit Freude um 5 Uhr morgens Lärm machen lassen; selber schuld, gleiches mit gleichem vergelten! Ich hab es bisher nie getan. Ermahne meine Kinder am frühen Morgen noch immer zur Ruhe. Oder macht es Sinn, etwas einzufordern, was man selbst nicht gibt? Ruhe einfordern, während man selbst laut ist? Und genau so ist der Mensch; fetzt sich regelmäßig mit dem Nachbarn / mit dem Kollegen / mit dem Freund, aber wünscht sich Frieden auf der Welt! Wo also fängt Krieg an? Wenn ich eine Waffe in der Hand habe? Wenn ich sie benutzt habe? Oder fängt auch er ganz klein in uns selbst an? „Auge um Auge“, „Das bekommst du zurück“, „Das werd ich dir heimzahlen“; und dann? Geht es uns dann besser? Oder macht es gar die Dinge ungeschehen? Nein, weder noch. Alles, was wir damit erreichen, ist, dass wir die Waffe an den nächsten weiterreichen. Und wenn keiner von uns vernünftig genug ist, diese Waffe zu nehmen und in die Ecke zu stellen, dann wird das immer so weiter gehen. Es wird immer Streit geben, Missgunst, Ärger. Und genau so fangen Kriege auch an…

 

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