11. August … die Grenzen unserer Angst…

 

„Alles Sichtbare grenzt ans Unsichtbare,

alles Hörbare ans Unhörbare,

alles Fassbare ans Unfassbare

und vielleicht alles Denkbare ans Undenkbare.“

Lama Anagarika Govinda

 

Schon mal drüber nachgedacht, dass immer da, wo etwas endet, was anderes anfangen muss? Endet ein Gespräch, beginnt die Stille. Endet ein Traum, fängt die Wirklichkeit an. Hören wir auf zu lieben, wird irgendwann der Hass beginnen. Wo das Licht endet, wird es dunkel sein. Wo wir den Respekt verlieren, werden wir abgelehnt…

Mag sein, vielen ist nicht bewusst, was geschieht, wenn sie mit irgendetwas aufhören. Wenn wir etwas nicht mehr sehen, dann ist es für uns unsichtbar. Manchmal muss man nur die Perspektive oder den Abstand ändern und man kann dann doch etwas sehen. Genauso ist es mit den Dingen, die wir hören oder erfassen können. Unser Denken, unsere Gedanken sind grenzenlos und doch gibt es Dinge, die für uns undenkbar bleiben. Weil sie für uns nicht in Frage kommen oder einfach viel zu weit weg von uns liegen. Allerdings bleibt immer die Frage, wo diese Grenzen sind. Wenn wir auf einer Landkarte nachsehen, wie weit es an einen anderen Ort oder gar in ein anderes Land ist, dann können wir ganz leicht abschätzen, ob es uns möglich ist, dort hin zu kommen. Was bei den Grenzen unserer Möglichkeiten ganz anders aussieht. Wo beginnt das Unvorstellbare, das Unerreichbare, das Undenkbare? Wo fängt es an und wenn wir das gar nicht so genau wissen, woher nehmen wir dann die Tatsache, dass wir dort nicht hinkommen können?

Wenn wir uns also vor Augen halten, dass zwei verschiedene Dinge mit ihrem Gegenteil immer aneinander grenzen, dann dürfte eines ganz schnell klar sein; wollen wir zum Undenkbaren, dann müssen wir das Denkbare durchqueren. Wir müssen letztendlich nur die Grenzen überqueren von dem, was wir nicht mehr wollen. Ich musste durch die Dunkelheit, um heute im Licht zu sein. Und ich muss durch mein Gefängnis, um frei zu sein. Ich muss durch die Einsamkeit, um irgendwann bei dem zu sein, was ich liebe. Woher ich den Mut dazu habe? Indem ich durch meine Angst gegangen bin…

 

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