4. August … ich taug nicht viel als Freund…

Manchmal vergisst man, wie wertvoll Freunde sind, besonders ich. Freundschaften pflegen war noch nie meins. Was nicht an mangelndem Interesse liegt oder Gleichgültigkeit, sondern einfach nur der Tatsache unterliegt, dass Menschen bei mir zu meinem Leben gehören oder eben nicht. Ist mir ein Mensch wichtig, wird er es merken und von mir von Zeit zu Zeit hören. Menschen, die mich nicht interessieren, hören nie von mir. Ich gehöre nun mal nicht zu der Sorte, die mindestens einmal am Tag nachfragt, wie es jemandem geht. Bei solchen Dingen geh ich immer von mir aus; ich trag mein Päckchen und ich trag das ziemlich lang, still und schweigend. Selten wird mir das zu schwer und dann gibt es für mich genau eine Lösung; reden. Das geschieht ein bis zweimal im Jahr, dass ich alles, was mir auf der Seele „lastet“, einfach mal „auskotzen“ muss. In dem Moment ist das mein Anliegen und dann kümmer ich mich auch drum. Und genauso denke ich, dass andere damit umgehen. Wenn sie Hilfe brauchen – und ist es auch nur jemanden zum Reden – dann werden sie sich drum kümmern.

Ich selbst höre vielen Menschen zu, wann immer sie reden. Reden hilft. Manchmal einfach nur, um sich selbst besser zu verstehen, wenn man seine ganzen Probleme und Sorgen auf dem Tisch vor sich ausbreitet und versucht, seinem Gegenüber zu erklären. Unsere eigene Sichtweise auf die Dinge kann sich verändern, oft allein schon wegen einer Aussage unseres Gesprächspartners. Und zuletzt kann allein das Gefühl, all den innerlichen Mist mal losgeworden zu sein, sehr befreiend wirken.

Mich interessiert es auch nicht, wie lange ein Mensch aus meinem Leben verschwindet. Taucht er irgendwann wieder auf und gehört zu meinem Leben, dann kann er all meine Hilfe erwarten, die ich ihm geben kann. Wir sind alle Seelen auf unserer Reise durch Raum und Zeit. Es gibt Seelen, die das wissen und welche, die es eben nicht wissen. Meistens begegnen mir wissende Seelen und besonders die bleiben in meinem Leben haften. Mit manchen von ihnen durchwandern wir die Gezeiten, von Leben zu Leben. Wir genießen die Vertrautheit, das Gefühl, ohne Worte verstanden zu werden, anzukommen.

Für mich spielt es keine Rolle, woher Freunde kommen und wohin sie gehen. So lange sie sich richtig anfühlen, sind es Freunde, denen ich zuhöre und helfe, wann auch immer sie es brauchen. Manchmal wünschte ich, ich wäre da auch von der einfachen Sorte; mit Freunden durch dick und dünn, regelmäßig und immer wieder. Aber dafür bin ich nicht gemacht. Für solche Freundschaften hab ich zu oft meine Schotten dicht und genieße meine Ruhe in meiner kleinen, sicheren Burg. Und besonders in dieser Zeit bin ich dankbar, Freunde zu haben, die irgendwo da draußen vor meinen Mauern warten, bis ich wieder so weit bin.

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