1. August … was ist schon relativ?

Da ist er, der erste Tag von dem Monat, den meine Kinder komplett Zuhause sind. Der wird lang, da bin ich mir sicher. Aber was ist schon Zeit? Massig Zeit und man weiß nicht wohin damit, sagen die einen, immer zu wenig, behaupten andere. Aber wie geht es euch damit? Ist euch die Zeit viel zu lang, wenn ihr auf etwas warten müsst, ist die Urlaubswoche viel zu schnell vorbei, wenn man sie an einem schönen Ferienort verbringt? Dann geht es euch wie mir, dann ist Zeit relativ, so wie es Einstein schon vor über 100 Jahren festgestellt hat.

Zeit ist und bleibt immer das, was wir daraus machen. Geplant und strukturiert kann man sehr vieles an einem Tag schaffen. Lebt man einfach so in den Tag hinein, wird man am Abend nicht sehr viel erreicht haben. Manchmal werde ich gefragt, warum ich „alte Schachtel“ jetzt noch Schule anfange. Ob ich nicht zu alt dafür sei. Nö, bin ich nicht.Wenn man jetzt zum Beispiel davon ausgeht, dass ich 80 Jahre alt werde, bedeutet das nicht nur, dass man mich noch weitere 40 Jahre „ertragen“ muss. Nein, das bedeutet auch, dass ich von diesen 40 Jahren locker noch 25 bis 30 Jahre in einem Beruf arbeiten kann, der mich seit jeher fasziniert. Wie alt ich tatsächlich werde, weiß zum Glück niemand. Wie viele Jahre ich von der Schule profitieren werde, ist im Moment auch ungewiss. Sicher ist aber, dass mir die Schule das Gefühl gibt, endlich wieder etwas zu leisten. Sie gewährt mir kleine Fortschritte, obwohl mein Stillstand längst nicht vorbei ist. Was ich in meiner Jugend versäumt habe, hole ich jetzt nach. Das muss für niemanden Sinn ergeben, außer für mich. Ich hab mir übrigens schon mal etwas zurück geholt, was mir das Leben vor vielen Jahren verwehrt hatte. Und dieses Gefühl, dadurch wieder ganz zu werden, war unbeschreiblich. Vielleicht gehört das immer noch zu meinen Wunden, die ich heile; wer weiß das schon. Seit inzwischen 17 Monaten folge ich ausschließlich meinem Herzen und es fühlt sich noch immer gut an. Ich versuche, die Zeit meines Lebens sinnvoll zu füllen, anstatt sie teilweise ungelebt verstreichen zu lassen. Ich geb meinem Leben den Sinn, wonach ich immer gesucht habe und bring ein paar Dinge in Ordnung. Dafür ist es nie zu spät! Es spielt keine Rolle, ob es mir gelingen wird, einen neuen Beruf zu erlernen und damit mehr oder weniger Erfolg zu haben. Es zählt allein, dass ich es versucht habe! Oder um es mit Rilkes Worten zu sagen:

„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich um die Dinge ziehn. Den letzten werde ich wohl nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn…“

Zum Leben ist es NIE zu spät!

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