31. Juli … und ich vergebe mir…

„Es tut mir leid!“ – vier kleine Worte, die manchmal nötig sind, leider nicht immer von Herzen kommen, uns oft nicht leicht fallen aber so viel reparieren können. Ich selbst stand vor diesen Worten manchmal, wie vor einem riesigen, unüberwindbaren Hindernis und kam da einfach nicht drüber. Oft war es Scham, mit einem „Es tut mir leid“ erst recht einzugestehen, dass ich was falsch gemacht hatte. Ich hasste Fehler und noch viel mehr hasste ich Menschen, die jeden einzelnen davon fanden. Wie gern wäre ich auch nur annähernd perfekt gewesen! Und wie überzeugt war ich damals, wenn ich nur perfekt genug war, würde mich ganz sicher jeder lieben. Jeder…

Was noch viel schwerer ist, als anderen zu verzeihen, ist, sich selbst zu verzeihen. Dass man eben nicht perfekt ist und das Eingeständnis, dass das weder möglich noch notwendig ist. Sich jeden einzelnen Fehler verzeihen, auch wenn er noch so klein ist und vor allem, dieses „sich in den Hintern beißen wollen“ erst gar nie versuchen! Selbst den Kaffee, den ich grade getrunken habe, kann ich nie wieder ändern. Letztendlich müssen wir uns nur bewusst machen, wie klein der Kreis ist, in dem wir wirklich wirken. Nur dieser eine, kleine Bruchteil ist wichtig, zählt, bedarf unserer Aufmerksamkeit und wird doch immer sein.

„Ich habe noch nie bereut“; ein Satz, der tatsächlich schon jemanden in meinem Umfeld zur Weißglut gebracht hat. Das sei unmöglich, Betrug an sich selbst, die größte Lüge an sich. Ja, ich habe mich jahrelang geknechtet mit meinem Glauben, keine Fehler machen zu dürfen und jeder einzelne davon würde mich zu einem schlechteren Menschen machen. Aber eines habe ich ganz sicher nie getan; bereut. Und ich hätte sicher sehr viel Material, das man durchaus bereuen könnte. Allerdings war mir immer eines klar in meinem Leben; die Vergangenheit – und wenn sie auch nur eine Armlänge weit weg ist – wirst du nie wieder ändern können. Und Dinge, die man nicht ändern kann, beschäftigen mich nicht! Und nach all den Jahren habe ich mir auch endlich selbst verziehen. Dabei hat nicht gezählt, wie viel, was, warum; einzig und allein der Moment hat gezählt, in dem ich meine tiefsten Wunden liebevoll geküsst habe und ihnen erlaubte, zu heilen. Also geht den Weg eurer eigenen Heilung; vergebt nicht nur anderen, sondern vor allem euch selbst…

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