28. Juli …wenn der Lehrer schweigt…

„Wenn du durch harte Zeiten gehst und dich fragst, wo Gott ist, denke dran; der Lehrer ist bei einer Prüfung immer still.“ Unbekannt

Über diesen Spruch habe ich gestern mit jemandem diskutiert. Ich hatte diese Zeilen in einer Community gepostet und einer schrieb drunter „Der Spruch ist für den Poppes, es gibt keine Lehrer.“ Okkaaayyyy, darüber ließe sich streiten. Wie seht ihr das? Gibt es Lehrer im Leben? Oder gar Meister?

Ich muss gestehen, als ich mich vor eineinhalb Jahren auf den Weg zu mir selbst machte, habe ich mir nichts so sehr gewünscht, als einen Meister. Da kommt jemand in dein Leben, reißt wortlos eine längst vergessene Tür auf und geht wieder. Und da stehst du nun, die schwarze Leere hinter dieser Tür wartet drohend auf deinen ersten Schritt und du versuchst, dich zu erinnern. Was war hinter dieser Tür? Warum hab ich sie vor mehr als zwanzig Jahren verschlossen und nie wieder auch nur einen Gedanken daran verloren, dass es sie gibt? Im ersten Moment wünschte ich mir jemanden, der mich an die Hand nehmen würde und mit mir da rein geht; in die Finsternis, in längst vergangene Zeit, in die Ewigkeit. Allerdings stellte ich auch sehr schnell fest, dass ich niemanden an meiner Seite brauchen würde. Denn fortan, wann immer ich nachts meine Augen schloss, kehrte ich zurück in längst vergangene Zeit und erinnerte mich. Und plötzlich verstand ich nicht nur meine Kindheit, meine Jugend, meine schwersten Jahre; nein ich verstand plötzlich auch mein Sein und dass ich dieses seit vielen Leben als Schmerz und Last empfunden hatte und nun endlich frei damit umgehen konnte. Ich erlöste mich selbst von der Dunkelheit, von der Vergangenheit und von jeder Schuld, welche ich mir selbst auferlegt hatte. Ein Prozess, der mehr als ein Jahr gedauert hat und sich mehr als nur gelohnt hat.

Was ich auf diesem Weg für mich selbst gelernt habe über Lehrer und Meister, ist folgendes; wir werden immer von dem ein oder anderen lernen können. Wenn wir fähig sind, das in Demut und Dankbarkeit anzunehmen, kann es ein bereichernder Schatz für unser Wissen sein. Wen wir nie finden werden, ist ein Meister. Wir müssen viel mehr bereit dazu sein, uns zu erinnern, dass wir alles Wissen in uns tragen. Und wenn wir unsere Entwicklung nicht mehr fürchten, können wir uns erinnern und auf dieses Wissen zurück greifen. Oft genügt, wenn wir einen kleinen Fingerzeig in die richtige Richtung bekommen. Es wird also immer Menschen geben, die uns etwas lehren können, meistern müssen wir uns aber selbst!

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