22. Juli … wenn man Schicksal spielt…

Jetzt hab ich endlich mal wieder richtig schön xBox gezockt, die halbe Nacht. Hat sich gestern zufällig ergeben. Bin in einer xBox – Gruppe, hab dort mit jemandem geschrieben und spontan haben wir dann zusammen gespielt. Das ist etwas, was mir in meinem Leben mit Kindern manchmal fehlt; Spontanität. Das hab ich nicht mehr, kann ich mir kaum noch zeitlich leisten und dabei kommen gerade dabei oft die schönsten Dinge bei raus. Bei uns ist immer alles strukturiert, durchdacht, geplant. Und wenn ich dann meinem Großen alles erklärt habe, darf ich an unseren Plänen bloß nichts mehr ändern. Andernfalls tickt er ordentlich aus. Wie die meisten Autisten verträgt er keine Veränderung, wodurch wir fast jeden Tag gleich verbringen. Das ist seine Ordnung, mit der er zurecht kommt in dieser schnellen, lauten Welt. Klingt einfach, ein Stück weit ist es das auch. Allerdings ist das auch sehr eintönig und jeder einzelne Termin, der sich nicht anders legen lässt als in die Zeit, in der er daheim ist, verursacht Chaos. Oder die Termine, die er einhalten muss und für die er dann nicht in Schule oder Hort ist, unterbrechen seinen gewohnten Tagesablauf und bringen Trouble mit sich.

Ich glaub, dieses Gefängnis, in dem man da steckt, können sich viele gar nicht vorstellen. Und wie frei der Geist sein muss, um das psychisch zu überleben, hab ich in den letzten Jahren gelernt. Regelrecht spüren konnte ich, wie meine Seele langsam stirbt, mein Geist in sich selbst verkümmert und ich langsam aber sicher anfing, innerlich zu ersticken.

Geändert hat sich an unseren Tagesabläufen nichts wesentliches, und doch bin ich inzwischen wieder ein freier, sehr zufriedener Mensch. Mich hier mit Menschen auf der ganzen Welt zu unterhalten, ihre Beiträge und Meinungen zu sehen und die Möglichkeit, mir zu jedem erdenklichen Winkel Erde Bilder anzusehen, das macht einen Teil von mir frei; meinen Geist. Und solche Momente, wo man zufällig Menschen „begegnet“ mit den gleichen Interessen und man spontan beschließt, das einfach zusammen zu machen, das macht mich als ganzen Mensch frei. Vor zehn Jahren hätte ich nie gedacht, irgendwann an einer Konsole Spiele zu zocken. Was ich immer als sinnfreie Zeitverschwendung angesehen habe, ist heute eine der wenigen Möglichkeiten geworden, abends mit anderen was zu machen. Solche Dinge haben es mir auch einfacher gemacht, nicht mehr zu urteilen. Weder über Dinge, noch über Menschen. Man sagt, alles, was geschieht, geschieht aus irgendeinem Grund. Und genauso ist es mit den Menschen; sie tun alle aus irgendwelchen Gründen Dinge, die wir nicht immer verstehen. Wir können uns selbst fragen, was das soll oder zu ihnen gehen und rausfinden, warum. Die meisten fragen sich selbst, warum Andere Dinge tun und leben dann mit einer Meinung, die nur ihre eigene ist. Ich habe aufgehört, mir Fragen zu stellen, die nicht meine eigenen sind. Das führt zu Gelassenheit. Wo sich andere aufregen, bleibe ich ganz ruhig und denke mir nur; er wird seine Gründe haben. Er wird schon wissen, warum er das macht…

Wir müssen andere Menschen nicht immer verstehen; wozu auch? Solang wir uns selbst verstehen, ist doch alles gut. Bleibt bei euch selbst, mit euren Gedanken und eurer Meinung. Und wenn ihr spontan sein könnt, dann seid es! Denn genau diese ungeplante Zeit ist oft die schönste…

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