21. Juli … wenn wir Entscheidungen erleben…

„Das Leben ist die Summe all deiner Entscheidungen“ Albert Camus

Viele Menschen behaupten ja, sie selbst seien die Summe ihrer Erlebnisse. Diesen Gedanken habe ich selbst lange verfolgt. Nimmt man sich ein einfaches Beispiel dafür, dann trifft es den Partner. Angenommen, man wird von diesem betrogen und findet es raus. Man erlebt, dass das andere Geschlecht einen betrügt, fühlt sich dabei vielleicht erniedrigt, gedemütigt, hintergangen, belogen und lässt sich davon prägen. Ein Erlebnis ändert also unser Denken, Handeln, unsere Einstellung und vielleicht auch teilweise unser Wesen. Wo wir vorher blind vertraut haben, werden wir misstrauen. Wo wir vorher ruhig und gelassen blieben, werden wir bei Kleinigkeiten plötzlich gereizt und verschlossen. Das wäre ich, als Summe meiner Erlebnisse. Man sagt ja immer; ich mag mein Leben, immerhin hat es den Menschen aus mir gemacht, der ich heute bin.

Aber ist dem wirklich so? Muss man sich dem fügen? Für mich ein klares nein! Denn ganz ehrlich; wenn mich ein Mann schlecht behandelt, habe ich zwei Möglichkeiten. Ich nehme die Wut an und bau Barrikaden; hier kommt keiner mehr rein. Niemand! Finger weg von meinem Herz! ODER ich bleibe in meinem Bewusstsein und entscheide ganz frei und eigen, wie ich mit dem Verhalten meines Gegenübers umgehe. Mich haben viele Menschen angelogen, hintergangen, versucht, auszunutzen. Und ja, mich haben auch Männer betrogen. Aber sie haben keine Wut in mir hinterlassen. Sie haben keine Vorurteile in mir gesät und auch nicht die Frage in mir selbst hochgebracht; was habe ich falsch gemacht? ICH? Ich habe gelernt, dass es mit mir nichts zu tun hat, wenn Andere sich falsch verhalten. Es ist ihre Entwicklung, ihr Weg, ihr SEIN, nicht meins.

Nun kann man hergehen und behaupten; du hast deinem Partner nicht genug – oder gar alles – gegeben, sonst hätte er dich nicht betrogen! Echt jetzt? Der arme Kerl musste mich betrügen, weil ich nicht genug war? Wer glaubt, Liebe sei fordern und Erfüllung, der hat sie einfach nicht verstanden. Mag sein, Liebe nimmt und Liebe gibt, aber ganz sicher fordert sie nicht. Aber hier geht es nicht um die Liebe, sondern um Entscheidungen. Meine eigene Entscheidung, wie ich mit solchen Situationen umgehe, in denen mir Fehlverhalten anderer begegnet. Es ist also nicht das Erlebnis allein, welches mir geschieht, sondern viel mehr und ganz besonders meine eigene, freie Entscheidung, wie ich damit umgehe. Und erst diese Entscheidung wird mich prägen, wird mich formen und einen freien Mensch aus mir machen. Lasst euch nicht knechten vom Leben, welches um euch herum geschieht. Geht lieber euren Weg – den selbst gewählten – und begegnet allem, was ihr dort findet, mit Liebe. Mit der Liebe zu euch selbst, zu eurem Leben, zu eurem Weg. Und nicht der Liebe zu anderen Menschen, zu ihrem Leben oder gar ihrem Weg. Wir müssen uns selbst begegnen, um uns treu zu bleiben. Uns selbst. Und immer wieder selbst entscheiden, wer wir sind. Entscheiden, nicht erleben. Wenn ihr mich fragt, ist das das entscheidende…

P1000261

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