17. Juli … wir kämpfen nicht, wir siegen…

„Ich habe immer gekämpft, nicht um mich zu profilieren, sondern nur um ich selbst zu sein. Um mein eigenes Maß zu wahren, das ein Punkt ist; ein vibrierender Punkt, ein pulsierender Punkt, das, was ich sein möchte. Ich möchte dieser pulsierende Punkt bleiben, der die ganze Welt erreichen kann, das Universum.“ Chandralekha

Ich habe immer gekämpft… Genau so könnte ich anfangen, wenn ich von meinem Leben erzählen wollte; ich habe immer gekämpft. Und tatsächlich ging es mir nie darum, mich zu profilieren, sondern lediglich um mein eigenes Überleben. Es hatte rein mit mir zu tun. Zu tief war der Glaube in mir verwurzelt, dass ich nur überleben kann, wenn ich immer weiter kämpfe. Selbst ein Mensch hat einmal zu mir gesagt „Kämpf, Nici, kämpf! Für uns“, und ich habe es getan, ohne auch nur zu fragen, warum.

Um Anerkennung habe ich gekämpft, erst von meiner Mutter, später um die der Männer. Um mein Recht habe ich gekämpft, um Freundschaften, um Liebe. All die Jahre hab ich geglaubt, dass ich alles auf dieser Welt erreichen kann, wenn ich nur genug darum kämpf. Alles. Ich brauch wohl keinem von euch erzählen, dass das nicht funktioniert. Zumindest nicht so. Der Zeitpunkt, an dem ich aufgehört habe, überhaupt hinzusehen und herauszufinden, ob ich überhaupt auf einem Schlachtfeld steh oder doch auf einer Blumenwiese, den hab ich wohl verpasst. Er muss dagewesen sein, aber ich hab ihn nicht bemerkt. Was ich irgendwann merkte, war die Tatsache, dass ich mein Schwert zog, wann immer ich nicht mehr allein war und es drohend und funkelnd jedem unter die Nase hielt, der mir begegnete.

Was ich nie sein wollte, war ein kleiner, pulsierender Punkt. Ich wollt auch nicht die ganze Welt erreichen, nein, mein Umfeld hat mir genügt. Ich wollte nur überleben, mehr nicht. Erstaunlich ist der Weg, der mich da raus führte. Erst, als ich mein Schwert beiseite legte, die Rüstung fallen ließ und mein Gesicht mit klarem Wasser vom Staub und Schmutz befreit hatte, konnte ich mich sehen. Konnte ich mich spüren. Zählte ich meine Wunden, auf meiner Seele, auf meinem Herz; wie viele von ihnen hab ich mir selbst zugefügt? Und dann fing ich an, mich selbst zu lieben. Ohne Rüstung, ohne Schild und Schwert. Nackt und verletzbar, mit nichts als der Wahrheit auf meiner Haut. So bin ich da raus gegangen, in diese Welt. Seither trage ich meine Wunden offen und wenn jemand eine davon berührt, dann erzähle ich die Geschichte dazu und die meisten davon beginnen mit „ich habe immer gekämpft…“

Erst seit ich begriffen habe, dass das Leben kein Kampf ist und man mit einem Schwert – und ist seine Schneide auch noch so geschliffen – nicht viel erreichen kann, bin ich ein Mensch. Heute ist mein Geist mein Schwert und mein Herz vibriert und pulsiert nicht mehr, es ruht ganz ruhig und friedlich in meiner Brust. Ich bin Mensch, kein Krieger, kein Kämpfer, einfach nur Mensch; der sich zu verteidigen weiß, der aber um nichts und niemanden mehr kämpfen wird. Nicht, weil es sich nicht lohnt, sondern weil ich gelernt hab; wenn du in diesem Leben etwas haben willst, dann hol es dir! Sag deinem Herzen, wo du hin willst und es wird dich hinbringen. Es kennt den Weg, es kennt jeden Weg und es geht ihn in Liebe…

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