23. Juni … Sterne…

Vor kurzem hab ich mir ja ein neues gebrauchtes Auto zugelegt. Musste sein, mein Twingo war fast 23 Jahre alt und machte mir langsam deutlich klar, dass er es nicht mehr lange mitmacht. Als ich den Polo geholt hatte, kam abends ein Kumpel aus dem Nachbarsort und sah ihn sich an. Bis um elf Uhr nachts standen wir draußen vor dem Haus und unterhielten uns. Die Zeit verging nicht nur wie im Flug, mir fiel auch irgendwann auf, dass der Himmel so bewölkt war, dass man keine Sterne sehen konnte. Zu meinem Kumpel sagte ich „Schade, dass man keine Sterne sieht, ich hab sie schon so lange nicht mehr gesehen…“ Und da erst fiel mir auf, dass es tatsächlich Jahre her sein dürfte, dass ich welche gesehen hab und wie sehr ich diesen Blick in die scheinbare Ewig – und Unendlichkeit vermisse.

In den letzten 9 Jahren habe ich keine zehn mal abends das Haus verlassen. Zwei oder dreimal war ich auf einem Elternabend. Einmal war ich in einem Lokal, einmal auf der Weihnachtsfeier, einmal Disko und einmal sogar auf einem kleinen Konzert. Die restlichen Abende war ich daheim bei meinen Kindern. Mich stört das nicht, es ist ja immerhin irgendwo meine Pflicht und ich weiß mich auch zu beschäftigen. Aber als ich an diesem Abend sehnsüchtig in den Himmel sah und mir klar wurde, dass ich abends oder nachts das Haus inzwischen gar nicht mehr verlasse, wurde mir klar, wie gefangen mich besonders mein großer Sohn immer noch hält. Man denkt ja, die Dinge ändern sich mit der Zeit, werden besser; die Kinder größer und selbstständiger. Weit gefehlt, die Entwicklung in diese Richtung fehlt bei meinem Großen leider nahezu komplett.

Nun, ich habe mir vorgenommen, in der nächsten wolkenlosen Nacht vors Haus zu gehen und mir die Sterne anzusehen. Und ich weiß, dass mich bei ihrem Anblick wieder unbändige Kraft durchströmen wird, denn ich habe gelernt, solche kleinen Momente für mich zu etwas ganz besonderem zu machen. Und ich bleib im Vertrauen, dass es für all das, was in meinem Leben in den letzten Jahren geschieht, einen Grund gibt. Wo andere sagen, sie könnten mein Leben nicht leben und wollten keinen einzigen Tag mit mir tauschen, da fange ich erst an, zu wachsen. Nicht unser Verstand entscheidet, was und wie viel wir leisten können und wo unsere Grenzen sind sondern allein unser Wille!

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