20. Juni Dankbar sein

So ganz sicher war ich mir von Anfang an nicht, was genau das hier wird. Ja es ist mein Blog, mein Tagebuch, meine Gedanken. Es ist ganz einfach meine Meinung, die hier steht; nicht mehr und nicht weniger. Was hier ganz sicher nicht steht ist, dass ich in allem recht habe. Was ich denke, was ich fühle, was ich bin, das alles ist allein meine Wahrheit; eure Wahrheit müsst ihr euch selbst bilden.

Eine Reaktion zum Thema Glaube und Moslems von gestern war, dass jede Religion für sich beanspruchen will, die bessere zu sein. Es war schon immer menschliches Verhalten, besser als Andere sein zu wollen. Es gab und gibt Kriege, welche durch Glauben entstanden sind. Es wird immer jemanden geben, der seine Wahrheit für die einzige Wahrheit hält. Aber darum ging es mir nicht. Es mag sein, dass es Religionen gibt, die mehr Nachteile haben – oft geschlechtsabhängig – oder die veraltete Ansichten mit sich bringen. Tradition; etwas, das in unserem Land – leider – mehr und mehr verloren geht. Eigentlich ist es schön und bemerkenswert, dass andere Kulturen ihre Traditionen aufrecht halten. Nur sind eben diese Traditionen in meinem Land sehr befremdlich. Unvorstellbar für mich, mich von einem Mann unterdrücken zu lassen. Nur mit Erlaubnis das Haus zu verlassen. Oder gar – selbst als Frau – beschnitten zu werden! Grauenhaft, was diese Frauen durchmachen müssen. Ich habe nun mal gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen, für das einzustehen, was ich mache und mir meinen Weg selbst zu suchen. Ich habe die Freiheit vorgelebt bekommen, selbst entscheiden zu dürfen wer oder was ich bin. Und ich habe gelernt, anderes nicht zu verurteilen, nur weil es mir fremd ist. Viel mehr finde ich immer mehr Dankbarkeit, dass ich so geboren wurde, wie es nun mal geschehen ist. Frei und in einem Land, in dem man nahezu endlose Möglichkeiten hat. Ich wurde als Frau geboren, was in meiner Religion bedeutet, dass ich einfach nur Mensch bin und nicht automatisch in der Rangfolge weiter unten auftauche. Ich habe keine Hautfarbe, für die mich manche Menschen von vornherein verurteilen und diese Tatsache hat noch nicht mal etwas mit Religion zu tun.

Bevor wir also da raus gehen und andere Verurteilen, sollten wir vielleicht mal in die Stille gehen und uns fragen; WARUM halte ich meine Religion für etwas besseres? Meine einfache Antwort und für mich die Wahrheit darauf – weil ich Glück hatte! Wäre ich Moslem, hätte ich als Frau – in meinen Augen – weniger Glück gehabt. Und diese Tatsachen nehme ich für mich an. Ich gehe nicht nach außen und verurteile Moslems oder wen auch immer, für das, was sie sind, nur weil ich nicht verstehen kann, wie sie leben. Ich gehe nach innen und danke dem Universum – irgendwo da draußen wird es schon etwas geben, das über uns wacht – dass ich genau so, wie ich hier lebe, geboren wurde. Nicht mein Verdienst, nicht meine Leistung, also auch nichts, worauf ich stolz sein muss oder gar kann. Ich hatte einfach nur Glück und weiß es zu schätzen!

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