14. Juni … ich glaub, ich träum…

Letzte Nacht habe ich mich mit einem Gedanken beschäftigt; was hält uns länger am Leben – ein Traum oder Glaube? Wer sich grade fragt, wie ich auf solche Fragen komme; keine Ahnung. Sie war gestern einfach da und wollte beantwortet werden.

Ich besitze ja manchmal die Frechheit, Menschen zu fragen, woran sie glauben. Die häufigste Antwort? Schweigen. An zweiter Stelle; auf jeden Fall nicht an Gott! Ok, ich sag ja auch immer, es ist besser zu wissen, was man NICHT will, bevor man gar nichts weiß. Aber ich finde es erstaunlich, dass viele Menschen nicht mal wissen, woran sie glauben. Bei uns in Bayern hört man ja manchmal den Ausdruck „Da wirst katholisch!“, was nichts anderes heißt, als dass man an einem Punkt angekommen ist, an dem man betet weil sonst nichts mehr hilft. Entscheiden wir uns in der Not, woran wir glauben? Oder beten wir dann einfach automatisch, weil mal irgendjemand gesagt hat, dass Gott immer über uns wacht? Ich war 21 Jahre alt, als mir auffiel, wie wenig Persönlichkeit in mir steckte und wie viel ich – unbewusst – von meiner ersten Liebe übernommen hatte. Ich trug seine Klamotten, hörte seine Musik und hab so ziemlich alles mit ihm geteilt. Und plötzlich fühlte sich das alles nicht mehr richtig an. Also zog ich los, kaufte neue Klamotten, besorgte mir Musikzeitschriften mit CD´s und lauschte auf ihnen nach meinem eigenen Musikgeschmack. Und irgendwann setzte ich mich in eine Kirche, um heraus zu finden, woran ich glaube. Lang saß ich dort, starrte den gekreuzigten Mann an und suchte nach Regung in mir. Bis ich die Frage im Kopf hatte „Glaubst DU denn an MICH?“ Ein wenig trotzig sah ich ihn jetzt an, mit seiner Dornenkrone über den Augen. Ich wollt ja nur wissen, ob er für mich tut, was ich für ihn bereit wäre, zu tun. „DAS musst du schon selbst machen!“, war die einzige Antwort, die in meinem Kopf hallte.

Das Thema „Glaube“ war für mich dann erledigt; seither glaube ich zuallererst an mich selbst! Ich stelle nicht in Frage, dass es etwas gibt, das über uns steht, vielleicht sogar wacht. Ob das nun Götter sind oder nur ein einziger Gott, das überlasse ich jedem selbst. Etwas gibt auf uns acht und meinen Glaube übernehme ich selber.

Ich glaube, träume findet man schneller als seinen Glauben. Jeder Mensch hat doch diesen Moment, in dem er sagt „Da will ich mal hin“ oder „Einmal muss ich da dabei sein“. Manche vergessen es wieder, andere verwerfen es irgendwann aber der ein oder andere hält daran fest, macht einen Traum daraus und erfüllt ihn sich irgendwann. Jahre hat mich mein einer Traum am Leben gehalten, aufrecht gehalten, träumen lassen wenn das richtige Leben zu dunkel war. Vielleicht habe ich diesen Traum auch nur, damit er mich am Leben hält? Vielleicht muss er gar nie wahr werden, sondern einfach nur sein und im richtigen Moment leuchten, um meine dunkelsten Nächte zu erhellen? Aber was wäre ein Traum, wenn man nicht genug Glaube hat, er könnte wahr werden? Vieles im Leben kann ja nur existieren, weil es ein Gegenstück gibt; ohne Nacht kein Tag, ohne Licht kein Schatten, ohne Glaube kein Traum! Aber wenn ich euch eines mit auf den Weg geben darf; es ist egal, woran man glaubt, Hauptsache man glaubt! Und hört nie damit auf…

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