10. Juni … erfüllte Einsamkeit…

Herrlich, Sonntagmorgen, die Kinder schlafen noch. Erst mal die Fenster alle weit aufmachen, die kühle Luft und Stille genießen. Ein paar Vögel hört man, ansonsten ist es ruhig. Früher, als ich noch keine Kinder hatte, bin ich in der Dämmerung oft joggen gegangen. Hab mir möglichst eine Route gesucht, auf der es einen höher gelegenen Punkt gab und den versuchte ich dann immer zu erreichen, bis die Sonne aufging. Da saß ich dann immer, irgendwo in einer Wiese, auf einem Baumstumpf, einem Bänkchen. Und beobachtete das goldene Licht, welches zaghaft am Horizont größer wurde und begann, sich auszubreiten. Und jedes mal wünschte ich mir, jemanden bei mir zu haben, neben mir an meiner Seite, mit dem ich diese magischen Momente teilen konnte.

Es gab Zeiten, da fiel es mir nicht so leicht wie heute, allein zu sein. Manchmal ertrug ich die Stille nicht mehr oder die Tatsache, dass niemand mich lieben wollte, konnte? Daraus entstanden Zweifel; bin ich gut genug, schön genug, bin ich überhaupt genug? Das ist, als würde man aufrecht stehen und sich seiner sicher sein und dann fällt einem ein, dass man grade genussvoll und von den eigenen vier Wänden verborgen die Reste aus dem Nutellaglas gelöffelt hat und dann vergisst, den prüfenden Blick in den Spiegel zu werfen. Und da steht man nun, mitten unter Menschen, mit der Frage im Kopf; wie viel Nutella hab ich da eigentlich noch – für jeden sichtbar – im Gesicht? Unsicher zieht man die Schultern ein, macht sich klein, vielleicht sehen einen die anderen dann nicht.

Und genau so ging es mir. Aus meiner Einsamkeit wurden Zweifel und aus meinen Zweifeln wurde ich ein gebeugter Mensch. Irgendwann wurden mir Menschen unerträglich. Es ist das eine, oft ihre Gedanken einfach erkennen zu können aber es macht es nicht besser, wenn man immer davon ausging, dass sie schlechtes von einem dachten. Ein Teufelskreis, den man selbst angefangen hat und den man nur ganz allein wieder beenden kann.

Indem man aufsteht, die Schultern strafft und sich selbst ansieht. Sich in die Augen sieht und sie spürt, die Liebe zu einem selbst. Egal mit welchen Fehlern, Macken oder unvollkommenen Eigenheiten – ich bin genug! Genug für mich selbst, genug für jeden anderen, der weiß, wie schwer es manchmal ist, genug zu sein. Und die Zeit bis dahin, die verbring ich heute allein. Ohne Kummer, ohne Sehnsucht, ohne Einsamkeit. Ich bin mir selbst genug und diese Erkenntnis füllt jede Leere. Und DAS sollten wir uns immer wert sein…

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