8. Juni … eine freie Meinung haben…

Auf meinen letzten Blogeintrag kam die Reaktion „Da hast du aber viele Themen angeschnitten“. Ja hab ich, auch wenn es letztendlich um eines ganz genau ging; Merkels Asylpolitik. Aber nun geh mal da raus und sag, dass es dir nicht mehr passt. Sag, dass es dir Sorgen macht, wenn hunderte Asylanten wegen einer Lappalie stundenlang randalieren; was machen die eigentlich, wenn sie wirklich einen Grund haben, sich aufzuregen?

Geh da raus und sag, dass du als Mutter von Susanna rasend vor Wut wärst, dass deine Tochter neben einem Asylantenheim verscharrt wurde. Nach stundenlangem Martyrium, welches wohl fast die ganze Nacht gedauert hat und voller Gewalt war. Dass man einfach nicht verstehen kann, dass ein abgelehnter Asylant, welcher mehrmals bei der Polizei aktenkundig wurde, immer noch hier ist und dadurch die Möglichkeit zu diesem Verbrechen bekommen hat.

Und diese täglichen Kleinigkeiten, welche man immer wieder erlebt. Beim Arzt, wo man um einen Termin betteln muss und danach eine dicke Rechnung erhält. Die verschleierte Frau hinter mir wird gebeten, gleich hier zu bleiben, es muss nur noch mit der deutschsprechenden Begleitung aus der Asylunterkunft geklärt werden, wer grade für ihre Krankenversicherung aufkommt. Oder im Supermarkt. Wir kaufen oft die Eigenmarke des jeweiligen Supermarktes, da sie günstiger ist. Inzwischen sind genau diese Regalabschnitte ständig leer. Nur die teuren Produkte liegen noch in den Regalen.

Und was wurde aus meiner 4 – Zimmerwohnung, damit ich endlich mal ein Schlafzimmer habe und nicht mehr im Wohnzimmer schlafen muss? Ach ja, liegt auf Eis, seit zwei Jahren. Bezahlbarer Wohnraum wird grade dringend für die Asylanten gebraucht. Unbezahlbaren kann ich mir leider nicht leisten, sorry…

Wissen Sie, Frau Merkel, ich versuche, nicht wütend zu werden. Warum auch? Ich fühl mich zwar als Mensch zweiter Klasse hinter Ihren ganzen Gästen, aber das sollte doch nicht Auslöser dazu sein, sich aufzuregen, nicht wahr? Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war, hieß es, ich soll mir keine Sorgen machen, alles wird gut. Immerhin würde ich in einem Land leben, in dem es jedem gut geht. Da steh ich nun, allein mit zwei Kindern, zu kleiner Wohnung, zu wenig Geld. Für Ansprüche habe ich grade die falsche Nationalität, wie mir scheint. Ich bin gespannt, wo man uns unterbringen wird, wenn das baufällige Haus, in welchem wir leben, in wenigen Jahren abgerissen wird. Vielleicht ist ja bis dahin im Asylantenheim etwas freigeworden. Die geplanten Sozialwohnungen, welche für ältere, alleinerziehende und sozialschwache Menschen gedacht waren, dürften bald fertig sein und wurden ja schon auf dem Papier zweckentfremdet.

Ich versuch noch immer, mir zu sagen, der Asylant kann ja nichts dafür. Der wär ja schön blöd, würde er alles dankend ablehnen, was durch Merkel in seinen Hintern geblasen wird. Ich versteh unsere Politik grade nicht und ich frage mich ernsthaft, ob denen wirklich jetzt erst auffällt, wie wenig wir über unsere neuen Mitbürger wissen. Vor drei Jahren zog sich mir der Magen schon zusammen, als viele von uns mit Willkommens – Schildern begeistert waren von unserer angeblichen Menschlichkeit und Nächstenliebe. Troja dürfte jedem ein Begriff sein und ich sah erschreckende Parallelen zum gleichnamigen Pferd. Als Nazi und Rassist hat man mich betitelt, womit ich mich zwar nicht identifizieren würde aber allein meinen Kindern zuliebe nicht mal dafür in Betracht gezogen werden möchte. Und dennoch, ich möchte eine Meinung haben und egal wie diese ausfällt, ich möchte sie sagen dürfen. Ich habe nicht „Welcome“ gerufen, ich bin nicht geplatzt vor Liebe und ich habe keinen einzigen Beweis dafür bekommen, dass ich mit meinen Befürchtungen daneben lag. Nur eines ist mir aufgefallen; wenn man Menschen kennen lernt, dann wird das Thema erst mal gemieden. Und kommt man doch irgendwann darauf, dann wird vorsichtig angetastet, wie das Gegenüber auf das Thema reagiert. Stellt man fest, dass man einer Meinung ist, dann wird geschimpft, bis es kracht. Viele gehen dafür auf ein Niveau, welches für mich immer noch nicht nachvollziehbar ist. Aber bitte, jedem das seine. Einen, der bis heute aufrecht steht und sagt, dass diese Politik, was Asylanten betrifft, noch immer völlig korrekt ist, kenne ich nicht. Ich kenne nur Menschen, die meiner Meinung sind oder sehr weit rechts abgedriftet sind. Und es gibt leider tatsächlich Menschen, die keine Meinung haben dürfen, zumindest keine eigene. In welcher Welt leben wir eigentlich, dass man seine eigene Meinung nicht mehr laut sagen oder erst gar keine haben darf? Ich mag diese neue Welt nicht!

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