5. Juni … loslassen…

 

„Leben lernen heißt loslassen lernen.“ Sogyal Rinpoche

Diesen Satz verstehen, ihn verinnerlichen, ihn leben – nichts hat mich freier gemacht. Im ersten Moment dachte ich „Cool, kann ja nicht so schwer sein. Ich trag ja ohnehin nur das mit mir rum, was ich definitiv ändern kann!“ Und so fing ich an, eins um das andere los zu lassen. Das Problem, welches dabei entsteht, ist folgendes; zunächst muss man merken, was man eigentlich festhält. Wenn man es erkannt hat, kann man nicht einfach – wie von mir gedacht – die Hände auftun und es loslassen. Nein, man fängt erst mal an, hin zu schauen. Zu hinterfragen, warum man es nicht loslässt, warum es einen beschäftigt, warum es eigentlich überhaupt ist.

Ein Jahr habe ich – was meine Persönlichkeit betrifft – nichts anderes getan. Ich hab in den Spiegel gesehen, mich selbst hinterfragt, meine Wunden gezählt; auch die, die ich mir selbst geschlagen habe. Anfangs war das jedes mal ein Prozess; finden, ansehen, analysieren, den Auslöser finden und dann das alles von sich fort schicken. Nach einer Weile hatte ich das Wichtigste erkannt; es geht nicht darum, altes Leiden nochmal zu durchleben. Alte Wunden nochmal zu berühren oder gar aufzureißen. Es ist eigentlich viel einfacher. Es reicht, sie zu erkennen und dann liebevoll in den Arm zu nehmen. Um dann die Arme weit auf zu tun und es gehen zu lassen – loslassen.

Letztendlich verzeihen wir uns selbst; dass wir schwach waren, feige, verliebt, geblendet, voller Vertrauen. Was auch immer dazu führte, dass wir es nicht loslassen konnten – wir müssen uns irgendwann klar machen, dass wir uns selbst trotzdem lieben. Mit all unseren Fehlern, Macken, Schwächen. Wenn wir uns das verinnerlicht haben, dann umarmen wir irgendwann alles, was uns begegnet. Weil wir wissen, dass wir es dann auch wieder loslassen können, ohne dass es weh tun wird…

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