1. Juni … warum eigentlich nicht?

Die Dinge regeln sich, wieder mal von selbst. Und das ist gut so, kommt aber nicht von ungefähr.

Wenn ich überlege, was und wie viel ich früher über mein Leben nachgedacht habe; welchen Sinn hat es, wo sind meine Grenzen, wie komme ich weit über sie hinaus? Heute weiß ich, dass mein Leben allein den Sinn hat, dem ich bereit bin, ihm zu geben. Es ist nicht das Ziel, den Sinn des Lebens zu erkennen, sondern viel mehr, ihm Sinn zu geben. Und diese Grenzen, die wir uns selbst setzen, werden immer Barrikaden sein auf dem Weg zu uns selbst und unseren Träumen. Von daher erledigt sich die Frage, wie man über sie hinaus kommt, von allein…

Als ich – zugegebenermaßen ungewollt – mit meinem zweiten Kind schwanger wurde, überfiel mich zunächst Angst. Noch ein Kind, wieder ein Baby, das jede Nacht fordert und einen nicht schlafen lässt. Dabei wurde es mit dem Großen endlich ein wenig besser. Allein schaff ich das nicht! – so waren erst mal meine Gedanken. Ich dachte wirklich, dass ich unmittelbar an meinen Grenzen stehe und jeder weitere Schritt ein ganz großer Fehler sein könnte. Damals habe ich tatsächlich nachts geweint, ich wusste einfach nicht mehr, was machen. Und dann hatte ich einen seltsamen Traum. Er war so real, dass ich erschrocken hochfuhr und erst mal irritiert war, dass ich außer meinem Sohn allein war. In meinem Traum hatte ein sanftes, großes Wesen vor mir gestanden, engelsgleich und von seltsamen Licht umgeben. Schweigend hatte er mit mir gesprochen, nicht ein mal den Mund bewegt, während ich seinen Worten lauschte. Und die ganze Zeit hatte er mir eine Hand entgegen gestreckt. Ich lauschte, aber wagte nicht, ihn zu berühren. Nach diesem Traum ging ich ins Bad, wusch mir das Gesicht und sah in den Spiegel. „Warum eigentlich nicht?“, fragte ich mein Spiegelbild und wusste sofort, was ich damit meinte. Warum eigentlich nicht dieses zweite Kind. Warum eigentlich nicht diese gefühlte Grenze ignorieren und herausfinden, wie weit sie wirklich von mir fort ist?

Heute bin ich unendlich dankbar, meine beiden Söhne hier zu haben. Wären meine eigenen Grenzen auf einer Landkarte darstellbar, so wäre ich Deutschland und mein Leben ist über diese Landesgrenze auf ganz Europa gewachsen. Ich habe mich nie wieder gefragt, ob da eine Grenze ist, ob ich zu weit geh, ob ich das schaff. Ich habe mich nur manchmal zum richtigen Zeitpunkt gefragt; warum eigentlich nicht?

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