29. Mai … der letzte Tag…

Jedes mal muss ich schmunzeln, wenn ich das Zitat lese oder höre

„Lebe jeden Tag, als wäre er dein letzter!“

Ich stell mir vor, wie er wäre, mein letzter Tag. Den Sonnenaufgang würde ich mir schon mal nicht entgehen lassen. Immerhin weiß ich ja nicht, wie lang mein „letzter Tag“ ist und ob es für den Sonnenuntergang noch reicht. Ins feuchte Gras würde ich mich setzen und auf den Moment warten, wenn zwischen der Dunkelheit und dem Tag die Welt einen Augenblick lang den Atem anhält. Magisch, diese Stille. Danach würde ich mit den Kindern in den Wald gehen, den lieben wir besonders. Dort gibt es so viel zu entdecken und niemanden stört es, wenn die Jungs mal etwas lauter werden. Wenn man sie an die vielen Tiere erinnert, werden sie auch ganz schnell wieder still. Schade eigentlich, klappt das nicht mit den Nachbarn.

Zum Mittagessen würde ich mich noch mal mit allen Menschen an einen Tisch setzen, die mir wichtig sind. Zum Kaffee danach würde ich mich mit jedem treffen, mit dem ich im Streit verblieben bin. Und dann würde ich mich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern; was wird aus meinen Jungs, wo werden sie leben, wenn ich nicht mehr bin? Welchen Stern am Himmel müssen sie suchen, wenn sie mich vermissen? Alles, was mich noch bewegt, würde ich ihnen auf ein Diktiergerät sprechen und jedem noch sein Lieblingsbuch.

Ich könnte noch eine Weile weiter machen, aber ich geh einfach mal schwer davon aus, ich hab noch reichlich Zeit bis zu meinem letzten Tag. Es ist ohnehin nicht möglich, jeden Tag aufs neue so zu leben und darum geht es wohl auch gar nicht.

Sondern viel mehr um die Dinge, die wir NICHT an unserem letzten Tag machen würden. Wir würden uns sicher nicht unnötig aufregen und ärgern. Wir würden darauf achten, wie wir mit den Menschen, die uns lieb sind, umgehen. Wir würden nicht zulassen, dass ein Streit diesen Tag vermiest oder eine Kleinigkeit die Stimmung ruiniert. Auch das könnte man noch eine ganze Weile fortsetzen. Letztendlich würden wir eines tun an unserem letzten Tag; wir würden einfach nur SEIN. Ohne Zukunftsangst, ohne Sorge, ohne negative Gedanken. Wir würden uns für diesen einen Tag in den Zustand von Zufriedenheit versetzen. Und DAS ist etwas, was wir jeden Tag leben sollten. Bewusst mit uns und unserer Umwelt umgehen, mit den Menschen um uns herum, mit den Kleinigkeiten mittendrin. SEIN und nicht WERDEN.

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