27. Mai … die falsche Zeit…

Was für ein schöner Tag das gestern war. Bei tollem Wetter waren wir den ganzen Tag im Tierpark. Mein Sohn hat es erstaunlich lang ausgehalten. Er hat immer so seinen Punkt, an dem er nach Hause möchte. Oft, weil er zu voll ist von Eindrücken oder weil es zu viele Menschen um ihn herum werden.

Das mit den Menschen dürfte er von mir haben. Früher war ich gern unterwegs, auch mal auf Konzerten. Heute macht mir die bloße Vorstellung Angst, unter so viele Menschen zu gehen. Ich ertrage es einfach nicht, in meiner kleinen Komfortzone Fremde zu haben. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, ich könnte ihre Gedanken erraten, hin und wieder sogar hören. Wenn ich ihnen in die Augen sehe, hab ich plötzlich fremde Gedanken im Kopf. Das allein ist zwar manchmal etwas viel und laut für meinen Kopf aber viel erschreckender finde ich die Frage; erkennen die auch meine Gedanken?

Von Zeit zu Zeit kommt dann auch die Phase, in der ich Menschen möglichst meide. Das fängt damit an, dass ich nicht mehr ans Telefon gehe und hört damit auf, dass ich das Haus nur verlasse, wenn es anders gar nicht mehr geht. Zum Glück sind es immer nur wenige Tage, dann geht es wieder. Dann bin ich wieder so weit geerdet, dass ich weiß; ich bin genug, ich kann bestehen in dieser Welt. Auch wenn sie laut ist, schnell und fremd; ich kann bestehen, ich muss einfach nur sein…

Vielleicht kennt das der ein oder andere von euch; das Gefühl, hier nicht richtig zu sein. Der falsche Ort, die falsche Zeit, der falsche Planet… Wobei ich gegen den Planeten nie etwas hatte, eher gegen die Zeit. Schon als Kind träumte ich von einem Land, welches Schottland heißt. Ich wusste von den Highlands, dem schroffen Land und seinen Seen, lang bevor ich überhaupt wusste, dass es dieses Land genau so tatsächlich gibt. Felsenfest war ich überzeugt, dort gelebt zu haben, in einer längst vergangenen Zeit. Und noch heute stellt sich bei diesem Gedanken eine wundervolle Ruhe und Stille in mir ein; Zuhause, ich bin daheim, wenn ich daran denke. Faszinierend, wie uns manche Dinge im Leben rufen, nicht loslassen, verzaubern. Und uns Zeiten fesseln können, die lang vor unserer Zeit lagen und doch das Gefühl in uns erwecken; ich hab sie erlebt – gelebt…

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