12. Mai … wenn nachts die Träume kommen…

Letzte Nacht hab ich tatsächlich was geträumt. Das kommt bei mir ja sehr selten vor. Als Kind habe ich jede Nacht geträumt, hab mich oft in diese Welten geflüchtet und so getan, als würde mein Leben dort stattfinden und nicht in der Realität. Dann kamen die Albträume und zogen sich durch meine ganze Kindheit. Es begann jedes mal mit einer Aufgabenstellung, die ich zu lösen hatte. Meistens ging es darum, schneller zu sein, als mein Gegner. Allerdings lief es nie fair ab und ich musste jede Nacht aufs Neue herausfinden, mit welchem Trick ich gewinnen konnte. War ich nicht schneller, wurde ich von meinem Gegner umgebracht. Es dauerte Tage, manchmal Wochen, bis es mir gelang, das Rennen zu gewinnen und bis dahin starb ich Nacht für Nacht in meinen Träumen.

Heute haben diese Träume längst aufgehört und mir hat jemand mal gesagt, dass meine Albträume eine Art Prüfungen für die Seele waren. Nun, wenn dem so ist, dann ist meine Seele ja hervorragend geprüft, auch wenn sie dafür manchen Tod sterben musste…

Leider hörten nicht nur die schlechten Träume auf, sondern die normalen auch. Meine Nächte, während ich schlafe, sind dunkel geworden und selbst wenn ich mich anstrenge, mir etwas vor dem inneren Auge vorstelle, klappt es nicht. Selten wache ich morgens auf und weiß; jetzt hab ich endlich mal wieder geträumt.

So auch letzte Nacht. In meinem Traum lebte ich mit meinen Kindern in der Doppelhaushälfte, in der ich als Kind gelebt habe. Wir hatten ein Auto, welches man an den Reifen absperrte und wir kamen grade vom einkaufen nach Hause. An der Tür steckte ich den Schlüssel ins Schloss, drehte und er brach ab. Ich packte meine Kinder wieder ins Auto und ging wieder einkaufen. Auch danach brach der Schlüssel in unserer Haustür wieder ab. Es wiederholte sich noch ein weiteres mal, dann wachte ich auf.

Nun frage ich mich; haben wir dort einfach nicht gewohnt und wir sollten vielleicht umziehen? Oder passt der Schlüssel zu meiner Kindheit nicht mehr und ich sollte nicht mehr versuchen, dieses Schloss aufzubekommen? Ich tippe auf zweites, auch wenn ich meine Kindheit längst abgeschlossen habe. Vielleicht hat mein inneres Kind für einen Moment geweint, hat sich an irgendetwas erinnert und war traurig.

Das innere Kind ist vergleichbar mit unserem wunden Punkt; etwas, das uns in unserer Kindheit geprägt und dazu geführt hat, dass wir etwas nicht annehmen, verarbeiten oder vergessen können. Beachten wir es nicht, wird es weiter in uns schreien. Oft wissen wir gar nicht, was da in uns schreit. Warum fühl ich mich plötzlich mies? Warum gibt es Situationen, die einen – scheinbar grundlos – zutiefst berühren und traurig machen? Vielleicht weil unser inneres Kind damit etwas verbindet und anfängt, zu weinen. Meistens hilft es, wenn man es einfach mal in den Arm nimmt und es wird still. Für immer schweigen wird es allerdings erst, wenn man es geheilt hat. Wenn man die Auslöser für sein Weinen und Schreien gefunden und verarbeitet hat.

Also wenn das nächste mal irgendwas in euch weint oder zum weinen zumute ist; einfach mal das innere Kind umarmen. Es freut sich!

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