… der ewige Kreislauf…

Morgen komm ich ja hoffentlich mal dazu, einen kleinen Ausflug zu machen. Mich zieht es raus, in die Natur. Sehen, wie sie erwacht, wie alles wächst und blüht. Es ist immer wieder faszinierend, wie im Frühling das tote Holz der Bäume erwacht und sprießt, in den grünen Wiesen die Blumen wachsen und ihre ersten Blüten entfalten. Diese kleinen, zauberhaften Pflanzen kommen jedes Jahr wieder, kämpfen sich aus dem Schatten der Erde ins Licht der Sonne und erfreuen uns mit ihrer Pracht und Schönheit einen Sommer lang, nur um im Herbst wieder zu verblühen, zu vertrocknen, zu sterben.

Meine Kinder rupfen manchmal achtlos Blumen ab, strecken mir ihre kleinen Hände entgegen und rufen „Für Dich, Mama!“ Und so sehr ich mich freue, dass meine Kinder an mich denken und mir eine Freude machen wollen, so sehr ermahne ich sie immer wieder, sie stehen zu lassen. Ich möchte auf meinem Tisch keine sterbende Blume stehen haben. Lieber geh ich in den Garten und seh nach, ob sie gewachsen ist.

Und wir Menschen? Wir, die oft achtlos Blumen zertreten und gar nicht sehen, wie schön das Wunder Natur immer wieder ist weil wir keine Zeit zum stehenbleiben und staunen haben? Wir werden geboren, aus der Dunkelheit und kommen ans Licht, um zu leben. Unser Frühling besteht aus wachsen, lernen, herausfinden, Persönlichkeit entwickeln. Und wenn wir fertig gewachsen sind, groß und stark, dann erleben wir unseren Sommer. Wir leben und feiern, lieben und lachen – wenn wir uns Zeit dafür nehmen und nicht immer hetzen und zur Arbeit rennen. Manchmal tritt jemand achtlos auf uns drauf, manchmal rupft jemand an uns weil ihm was nicht passt. Aber für manche anderen Menschen sind wir eine der schönsten Blumen auf der Wiese und sie erfreuen sich an uns. Und dann kommt der Herbst, wir fangen an zu welken, sind nicht mehr so standhaft bei Wind und Wetter und wissen, dass es bald Winter wird. Und irgendwann müssen auch wir sterben und nun frag ich Dich; welche Blume warst Du in diesem Leben?

Und wenn wir längst fort sind von dieser Welt, wird es immer noch jedes Jahr einen Frühling geben, in dem die Natur neu erwacht und sich belebt, während wir längst gegangen sind. Wir haben einen einzigen Frühling, einen einzigen Sommer und einen einzigen Herbst auf dieser Welt aber sind wir uns dessen eigentlich bewusst? Ist uns klar, dass diese Dinge nie wieder kehren und für immer vergehen?

Bewusst leben heißt, sich seiner selbst bewusst sein; wo man steht, wo man blüht, wie viel Kraft man zum austreiben hat. Bist Du Dir Deiner bewusst? Deiner Vergänglichkeit, Deiner Schönheit, Deiner Einzigartigkeit, Deiner Kraft?

Hört nie auf zu wachsen, vor allem an Euch selbst!

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