Warum dieser Blog

Alles – also das, was mich grade so sehr beschäftigt, dass ich einen Blog anfange – fing vor drei Tagen an. Ich saß in meiner Küche und unterhielt mich mit meinem Besuch. Plötzlich fühlte ich ein Stechen an der Außenseite meiner linken Brust. Reflexartig fing ich an, mich möglichst unauffällig zu kratzen. Besser wurde es dadurch nicht und zu dem Stechen mischte sich ein nerviges Jucken. Mit einem „Entschuldigung aber es STICHT“ kratzte ich mich erneut, diesmal kräftig und ausgiebig. Es wurde nicht wirklich besser aber es war – außer nervig – ansonsten nicht relevant für mich.

Am nächsten Tag war das Stechen und Jucken verschwunden, dafür hatte ich jetzt oben an der Brust einen unangenehmen Druck, nicht wirklich Schmerz aber er war da. Beherzt Griff ich an die Stelle und erschrak; ich fasste direkt auf einen kleinen harten Knubbel, der in dem Moment, in dem ich ihn berührte, kurz weh tat.

„Oh shit!“, ging es mir durch den Kopf. Ausgiebig tastete ich das Ding ab; es fühlt sich an als würde eine Murmel mitten in meiner Brust liegen. Das doofe Ding beschäftigte mich bis in die Nacht; was wenn… Bitte nicht schon wieder Krebs! Ich hasse dieses Wort, es klingt, als würde ein kleines ekelhaftes Vieh sich direkt in einen reinfressen. Tut es das vielleicht sogar? Dieses scheiß Ding namens Krebs frisst sich durch gesunde Zellen und hinterlässt krankes, zerstörtes Fleisch? Was genau zerstört es eigentlich? Ich muss mich mal wesentlich mehr damit befassen. Immerhin hat mich das Ding schon mal zerfressen. Oder will ich es eigentlich gar nicht so genau wissen? Wie beim letzten mal; umso weniger ich weiß, umso weniger Sorgen mache ich mir?

Wie auch immer, es muss was passieren und zwar schnell! Direkt nach dem Wochenende bin ich zum Arzt, das war gestern. Obwohl ich keinen Termin hatte saß ich ziemlich schnell vor dem Arzt. Nach wenigen Handgriffen kam nur ein besorgtes „mhm“ und er griff nach einem Überweisungsschein.

„Da brauchen wir möglichst schnell eine Diagnose“, hieß es und ich bekam den Überweisungsschein mit auf den Weg. „Sono – und Mammographie erbeten“ steht drauf. Sofort schnappte ich mir daheim das Telefon und rief in der örtlichen Radiologie an. Kurz und knapp schilderte ich mein Problem und hielt einen Stift in der Hand bereit, um gleich das Datum aufschreiben zu können für meinen wichtigen Termin.

„Ich hab da… am 20. … “

Oh Gott, sollte ich etwa bis 20. Mai warten bis ich endlich einen Termin bekomme? 20 Tage nicht wissen, was los ist? Nicht der ihr ernst oder?  -schoß es mir durch den Kopf. Dann sprach die Dame am Telefon den Satz zu ende: “ … November einen Termin frei!“

Im ersten Moment wollte ich lachen – haha, guter Witz! Und jetzt ernsthaft; heute, morgen?

„November?“ Ich konnte meine eigene Ungläubigkeit in meiner Stimme hören und hoffte immer noch, sie würde sich endlich korrigieren.

„Ja, November, vorher geht gar nichts.“

„Sorry aber haben Sie nicht sowas wie Notfalltermine? Ich meine, das ist doch ein Notfall oder nicht? Es ist ja keine Vorsorge oder was sondern ein sehr konkreter Verdacht.“

„Nein, tut mir leid. Einen früheren Termin kann ich Ihnen nicht geben. Versuchen Sie es im Krankenhaus.“

Es tut ihr leid? Es TUT IHR LEID? Was tut ihr leid? Dass sie meine Zeit verschwendet? Vielleicht wertvolle Zeit? Ein halbes Jahr – vielleicht die Zeit, die mir am Ende fehlt zum überleben? Ok, ok, ok… Ganz ruhig! NOCH ist NICHTS passiert! Noch hast Du nur IRGENDWAS in der Brust, was da nicht hingehört!

Ich rief im Krankenhaus an. Nach viel Warteschleife, Dudelmusik und kleineren Diskussionen war es der sehr freundlichen Dame am Telefon möglich, mir am 17. Mai einen Termin zu geben. Das ist in knapp drei Wochen! Im Vergleich zu November ist das… phantastisch! Ich bedankte mich tausendmal und legte auf. Dick und fett hatte ich den Termin im Kalender vermerkt.

Ich rief zwar noch eine andere Klinik an aber auch diese kennen das Wort „Notfall“ im Zusammenhang mit meinem Problem nicht und die Wartezeit dort waren ein paar Wochen. Nun gut, heute ist der 1. Mai, in 16 Tagen sitz ich in der Klinik und weiß bescheid – das dachte ich gestern noch. Doch ich hatte nicht mit einem Freund gerechnet…

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